Kugelschreiber Bauanleitung

Während früher mit Federkiel und Tinte und später dann vor allem mit Füllern geschrieben wurde, nutzen die meisten heute Kugelschreiber. Diese gibt es heutzutage in allen erdenklichen Varianten, von ganz einfachen und kostengünstigen Kunststoffkugelschreibern über elegantere Modelle aus Metall bis hin zu hochwertigsten, handgearbeiteten Kugelschreibern aus Holz. Nun stellt sich so manchem vermutlich die Frage, wie man einen Kugelschreiber selber bauen könnte. Rein aus Kostengründen dürfte sich der Selbstbau von Kugelschreibern wahrscheinlich nicht lohnen. Allerdings kann der Hobbybastler Kugelschreiber selber bauen, um auf diese Weise ganz besondere Unikate anzufertigen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass zumindest Grundkenntnisse im Drechseln und entsprechendes Gerät vorhanden sind. Gleichzeitig wird das Selbstbauprojekt Kugelschreiberbau damit aber zu einer idealen Möglichkeit, um das Drechseln zu üben und die vorhandenen Fertigkeiten zu vertiefen.

Die nachfolgende Bauanleitung zeigt auf, wie der Hobbytischler einen Kugelschreiber selber bauen kann, wobei zwei unterschiedliche Varianten erklärt werden. Wichtig bei der Auswahl des Holzes ist, dass es nicht zu grobfaserig ist, denn ansonsten würde es bei der Bearbeitung reißen. Für den Kugelschreiberbau geeignete Hölzer sind beispielsweise Ahorn, Buche oder Erle. Daneben werden für die erste Variante ein einfacher Kunststoffkugelschreiber ohne Druckmechanik und für die zweite Variante ein Kugelschreiber mit Druckmechanik benötigt.

So wird der Kugelschreiber gebaut

Kugelschreiber Bauanleitung1.) Zuerst wird ein Loch in die Mitte des Holzes gearbeitet. Wie groß das Loch konkret sein muss, hängt von der Größe der verwendeten Mine ab. Für die Variante, in der der einfache Kunststoffstift verwendet wird, wird das Loch einen Durchmesser von etwa 4mm haben, bei der zweiten Variante von etwa 2mm. Das Holzstück muss vollständig durchgebohrt werden und dabei exakt gerade und in der Mitte verlaufen. Am einfachsten ist das Bohren daher zu bewerkstelligen, wenn das Holz in einen Bohrständer eingeschraubt wird. Allerdings kann das Holz nicht auf einmal durchgebohrt werden. Da die Späne nicht richtig abtransportiert werden, würde der Bohrer nämlich viel zu heiß werden. Aus diesem Grund wird erst ein etwa 2cm tiefes Loch gebohrt und der Bohrer dann herausgezogen. Anschließend geht es in 2cm-Schritten weiter, wobei der Bohrer immer wieder herausgezogen wird, um auf diese Weise die Späne aus dem Bohrloch zu entfernen.

2.) Jetzt ist das Drechseln an der Reihe. Bei der einfachen Variante kann der Kugelschreiber ganz nach Wunsch gestaltet werden. Zu dick sollte er zwar nicht sein, da er sonst später nicht gut in der Hand liegt, letztlich kann hier aber jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen. Dekorative Linien können dabei mit einem Draht in das Holz gearbeitet werden.

3.) Bei der zweiten Variante wird das Holz zuerst in zwei Hälften geteilt. Anschließend wird das Holz mithilfe einer Mandrel sicher und mittig eingespannt. Die Form des Kugelschreibers ist hierbei durch die Bauteile vorgegeben, die von dem Kunststoffkugelschreiber verwendet werden. Hierzu gehören üblicherweise die Metallhülse, das Oberteil mit Deckel und Klipp, die Drehmechanik, der Zierring und die Spitze. Alle diese Teile müssen später in und auf das Holz passen, so dass das Holz entsprechend geformt werden muss.

Kugelschreiber Bauzeichnung

4.) Ist das Drechseln abgeschlossen, kann das Holz zur Oberflächenbehandlung eingespannt bleiben. Danach werden die Bauteile zusammengebaut, wobei sich zum Fixieren Sekundenkleber gut bewährt hat.

Eine Videoanleitung zum Selberbauen von Kugelschreibern findet sich hier.

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