DVB T Selbstbau

Das Kürzel DVB-T steht für Digital Video Broadcasting Terrestrial und bezeichnet die erdgebundene Verbreitung von digitalen Fernseh-, Radio- und Datensignalen. Dabei ist DVB-T eine Variante vom Digital Video Broadcasting, kurz DVB. Dieses wird in einigen Staaten in Europa, in Asien, in Afrika und in Australien genutzt, um digitales Fernsehen und digitalen Hörfunk per Antenne zu übertragen. Das Gegenstück zum DVB in Amerika ist ATSC, in Japan ISDB und in China DTMB. DVB-T wird je nach Land teils mit unterschiedlichen Abkürzungen bezeichnet. So heißt DVB-T in England und in Irland DTT, in Frankreich TNT und in Spanien TDT.

Antennen für DVB-T selber bauen

DVB T SelbstbauFür den Empfang von DVB-T reicht eine Signalamplitude von 35 bis 40 µV aus. Daher können im Hauptempfangsbereich in aller Regel die bisherigen Fernsehantennen problemlos weiterverwendet werden. Dies hat zudem den Vorteil, dass passive Antennen im Hauptempfangsbereich meist einen deutlich besseren Empfang haben als Antennen mit einem Verstärker. Reicht die Empfangsqualität nicht aus, ist es somit sinnvoll, zuerst eine leistungsfähigere Antenne oder eine günstigere Position der Antenne auszuprobieren. Sollte dies nicht zu der gewünschten Verbesserung führen, sollte ein Verstärker mit Breitband genutzt werden. Dies hat den Grund, dass DVB-T mit COFDM arbeitet, einer Modulationsart mit 2048, 4096 oder 8192 unterschiedlichen per QAM modulierten Unterträgern.

Um nun eine DVB-T-Antenne selber zu bauen, wird das Koaxialkabel abgemantelt. Das Massegeflecht wird anschließend als Schirm über den Außenmantel gestülpt. Das innere Plastik wird entfernt, während der Innenleiter des Kabels aus dem abisolierten Kabel herausragt. Je nach Polarisationsebene des Senders wird die selbstgebaute Dipol-Antenne dann senkrecht oder waagerecht am Fenster ausgerichtet. Dabei ist die Empfangsqualität erfahrungsgemäß umso besser, je höher die Antenne montiert wird.

Berechung der Länge

Bei dieser Art der Antenne handelt es sich um eine Koaxialantenne, die aus elektrischer Sicht einem offenen Lambda/2-Dipol entspricht. Der freigelegte Innenleiter ist dabei eine Hälfte des Dipols mit Lambda/4. Das umgestülpte Massegeflecht stellt die andere Seite des Dipols dar und fungiert zeitgleich als Viertelwellensperrtopf, der den Wellenwiderstand an das Koaxialkabel anpasst.

Für die Länge der Antenne gilt die Formel

Lambda = c : f

c ist die Lichtgeschwindigkeit in Kilometer pro Sekunde und beläuft sich auf 299.792 Kilometer pro Sekunde. f ist die Frequenz in Megahertz.

Die Länge des Massegeflechts wird mit der Formel

0,95 x Lambda : 4

und die Länge des freiliegenden Innenleiters durch

0,97 x Lambda : 4

berechnet. An einem fiktiven Beispiel erläutert, wird die benötigte Länge demnach also wie folgt berechnet. Angenommen, die kleinste benötigte UHF-Frequenz liegt bei 452 MHz und die größte benötigte UHF-Frequenz bei 812 MHz. Daraus ergibt sich eine Mittelfrequenz von (452 MHz + 812 MHz) : 2 = 632 MHz. Wird nun die Formel eingesetzt, folgt daraus, dass Lambda = 299.792 km/s : 632 = 474,35mm ist, die Antenne gerundet also 47,4cm lang sein muss. Weitergerechnet ergibt sich eine Länge von 0,95 x 47,4cm : 4 = 11,3cm für das Massegeflecht und 0,97 x 47,4cm : 4 = 11,6cm für den Innenleiter.

Um die Empfangsqualität noch weiter zu verbessern, ist es auch möglich, dass Massegeflecht nicht umzustülpen, sondern am unteren Ende abzutrennen. Dann wird das Massegeflecht ein Stück nach oben geschoben und an dem Innenkanal angeschlossen. Wichtig hierbei ist aber, dass das Geflecht tatsächlich vollständig abgetrennt und abisoliert ist. Zur Fixierung sollte dann etwas Schrumpfschlauch am unteren Ende des Massegeflechts und in Richtung Kabel angebracht werden.

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