Go Kart Bauanleitung

Der US-amerikanische Ingenieur Art Ingels baute 1956 das erste Go Kart. Sein Fahrzeug war mit einem Rasenmähermotor ausgestattet, der ein Hinterrad über eine Fahrradkette antrieb. Die Erfindung verbreitete sich vermutlich nicht zuletzt wegen des einfachen Prinzips recht schnell und schon drei Jahre später faden Go-Karts über die Pariser Automobilausstellung ihren Weg nach Europa.

Bei einem Go Kart, das kurz auch als Kart bezeichnet wird, handelt es sich um ein offenes Fahrzeug mit einem Sitz, das von der Bauweise her an ein Tretauto erinnert, aber mit einem Motor ausgestattet ist und so aussieht:

Mittlerweile gliedert sich der Kartsport in den Freizeit- und Hobby- sowie in den professionellen Rennsportbereich. Im Kartsport gibt es unterschiedliche nationale und internationale Rennserien und die Karts erreichen hier je nach Größe Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250km pro Stunde. Im Freizeitbereich hingegen werden Karts mit schwächeren Motoren gefahren, so dass auch Kinder auf diese Weise erste Erfahrungen im Rennsport sammeln können. Dabei können aus kleinen Nachwuchskartfahrern durchaus große und erfolgreiche Rennfahrer werden, wie beispielsweise Michael Schumacher, Alain Prost oder Ayrton Senna eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben.

Bauanleitung für ein Go Kart

Die meisten Hobbypiloten werden sich kein eigenes Go Kart anschaffen, sondern eines der Fahrzeuge nutzen, die auf den vielen Kartbahnen zur Verfügung gestellt werden. Wer hingegen oft, viel und regelmäßig fährt, wird vielleicht mit dem Gedanken spielen, sich nicht nur sein eigenes Fahrzeug anzuschaffen, sondern das Go Kart gleich ganz selber zu bauen. Prinzipiell kann der Rennfahrer natürlich sein Go Kart selber bauen, allerdings muss er dazu die Grundlagen des Fahrzeugbaus beherrschen. Zudem spielen Sicherheitsaspekte eine sehr wichtige Rolle, denn Go Karts sind üblicherweise weder mit Gurten noch Überrollbügeln oder großzügigen Verkleidungen ausgestattet, so dass zumindest ein Helm und Handschuhe absolute Pflicht sind.

Aufbau eines Go Karts

1.) Sehr vereinfacht erklärt besteht ein Go Kart aus einer Rahmenkonstruktion, einem Lenkgestänge mit Lenkung, einem Motor, einem Auspuff, den Rädern, dem Sitz und der Verkleidung.

2.) Für das Chassis werden Rund- oder Ovalrohre aus Stahl verwendet. Wichtig ist, dass der Rahmen Stöße aufnehmen kann, ohne dabei zu sehr nachzugeben oder gar zu brechen. Aus diesem Grund werden teils zusätzliche Stabilisatoren eingebaut, um auf diese Weise das Chassis zu versteifen. Der Sitz wird in den meisten Fällen mittig positioniert, nur für Ovalkurse gibt es Sonderanfertigungen mit versetztem Sitz. Überrollbügel werden im Kartsport normalerweise nur für Kinder-Karts verbaut. Als Auffahrschutz wird ein Go Kart mit Verkleidungen aus Kunststoff an den Seiten sowie vorne ausgestattet, daneben können wahlweise Verkleidungen auch hinten sowie in Form eines Heckflügels montiert werden. Bei den Rädern handelt es sich üblicherweise um Felgen mit einem Durchmesser von 5 bis 6 Zoll und Gummireifen, die schlauchlos und mit Luft gefüllt sind. Dabei wird im Kartsport mit Slicks, mit Regenreifen oder mit Intermediates gefahren.

3.) Der Motor des Go Karts wird leicht schräg versetzt hinter dem Fahrer und vor der Hinterachse eingebaut. Nachdem im Urmodell ein Rasenmähermotor verbaut wurde, wurden später dann hauptsächlich Ein-Zylinder-Zweitaktmotoren aus Motorrädern genutzt. Im Hobbybereich finden sich jedoch die unterschiedlichsten Motoren, angefangen bei Rollermotoren über Elektro- und Wankelmotoren bis hin zu Motoren von Benzinkettensägen. Die Übertragung der Kraft erfolgt über eine Kette vom Motor auf die Hinterachse. Die Übersetzung wird dabei durch die Zahnräder am Motor und an der Hinterachse gesteuert.

4.) Go Karts sind nicht mit einem Differentialgetriebe ausgestattet. Dies hat zur Folge, dass ein Hinterrad rutschen muss, wenn Kurven gefahren werden. Um dies zu realisieren, wird das Chassis so konstruiert, dass das Hinterrad, das im Kurveninneren liegt, leicht vom Boden abhebt. Gebremst werden Go Karts über Scheibenbremsen an der Hinterachse, die hydraulisch oder per Seilzug betätigt werden. Zusätzliche Scheibenbremsen an der Frontachse sind nur im Hobbybereich zulässig.

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