Bauanleitung Holz

Holz ist ein sehr beliebter Werkstoff, der in vielen Formen und Varianten verarbeitet wird. So wird Holz sowohl als Bauholz im Innen- und Außenbereich genutzt als auch für dekorative Arbeiten wie beispielsweise Möbel oder Skulpturen verwendet. Neben dem charakteristischen, natürlichen Aussehen und den sehr guten Eigenschaften liegt ein weiterer Vorteil von Holz darin, dass Holz recht gut verarbeitet werden kann. Es genügen schon wenige Werkzeuge und Hilfsmittel, um interessante, kreative, dekorative und nützliche Gegenstände aus Holz anzufertigen. Hinzu kommt, dass Holz insgesamt recht pflegeleicht, aber dennoch robust ist.

So werden einzelne Holzteile miteinander verbunden

Möchte der Heimwerker mit Holz bauen, entscheidet er sich zunächst für eine Holzart und bereitet dieses entsprechend seiner Bauanleitung vor. Danach müssen die einzelnen Bauteile zusammengefügt werden und hierbei kann der Heimwerker zwischen mehreren möglichen Varianten für seine Verbindungen wählen.

Breitenverbindung

Bauanleitung HolzUm mehrere Bretter oder Balken zu einer breiten Holzfläche, beispielsweise für eine Tischplatte, miteinander zu verbinden, wird eine sogenannte Breitenverbindung gearbeitet. Hierzu werden die Seiten der Bretter großzügig mit Leim bestrichen. Anschließend werden diese beiden Bretter nebeneinander auf zwei Leisten gelegt, zwei weitere Leisten werden darauf gelegt und dann werden die Bretter mit Zwingen zusammengepresst. Wichtig dabei ist, die Zwingen gleichmäßig von allen Seiten anzuziehen und darauf zu achten, dass der Druck gleichmäßig und ausreichend stark ist. Bei Raumtemperatur benötigt der Leim etwa 3 Stunden zum Abbinden, danach kann das Holz weiterverarbeitet werden.

Eckverbindungen

Eckverbindungen gibt es in vielen Varianten, zu den am häufigsten gearbeiteten Eckverbindungen gehören stumpfe Eckverbindungen, Federeckverbindungen, Verbindungen mit Holzdübeln, Verbindungen mit Winkeln, Verbindungen mit Schlitz und Zapfen sowie Verbindungen mit Zinken und Schwalben.

Stumpfe Eckverbindungen

Solche Verbindungen werden vor allem bei Rahmen und Füllungen gearbeitet, weil die Verbindungen hier nur geringen Zugkräften ausgesetzt sind. Die Quer- und Längshölzer werden auf Gehrung geschnitten, gleichmäßig mit Holzleim bestrichen und mit Schraubzwingen fixiert, bis der Leim ausgehärtet und eine feste Verbindung entstanden ist.

stumpfe Eckverbindungen

Federeckverbindungen

Durch eine Eckfeder werden stumpfe Eckverbindungen zusätzlich stabilisiert, so dass diese dann auch größeren Belastungen standhalten. Zunächst werden zwei auf Gehrung geschnittene Hölzer miteinander verleimt. Anschließend wird ein Drittel des Rahmenholzes für die Eckfeder entfernt. Dazu werden die Linien angezeichnet und das Holz innerhalb dieser Linien wird dann erst mithilfe einer Feinsäge eingeschnitten und danach mit einem Stemmeisen herausgenommen. Die Eckfeder selbst besteht aus einem Holzdreieck und ist im Idealfall mit diagonal verlaufenden Masern aus dem gleichen Holz gearbeitet wie der Rahmen. Die aufgestemmte Fläche wird mit Leim versehen und die Holzeckfeder kann dann eingebracht werden.

Federeckverbindungen

Verbindungen mit Holzdübeln

Unsichtbare Verbindungen entstehen durch Holzdübel. Dabei ergibt sich die Größe des Dübels aus der Stärke des verwendeten Holzes. Als Richtlinie gilt, dass der Durchmesser des Holzdübels drei Fünftel der Holzstärke entsprechen sollte, damit auf jeder Seite ein Fünftel des Holzes unberührt bleibt. Ist das Holz beispielsweise 5cm dick, sollte der Dübel somit einen Durchmesser von 3cm haben. Für den Dübel wird auf jeder Seite ein entsprechend tiefes Loch gebohrt. Anschließend werden die Löcher mit Holzleim versehen, der Dübel wird auf einer Seite eingeschlagen und das andere Holzteil anschließend aufgesteckt. Auch hier ist es ratsam, das Werkstück mit Schraubzwingen zu fixieren, bis der Leim ausgehärtet ist.

Verbindung mit Holzdübeln

Verbindungen mit Winkeln

Die einfachste und zugleich eine sehr stabile Möglichkeit für Verbindungen besteht darin, zwei Hölzer mittels Schrauben und Winkeln miteinander zu verbinden. Da eine solche Verbindung allerdings optisch wenig hergibt, werden solche Verbindungen üblicherweise nur an verdeckten Stellen eingesetzt. Ratsam ist außerdem, das Holz vorzubohren, um ein Ausreißen zu verhindern. Dabei werden die Löcher jedoch eine Größe kleiner gebohrt als die verwendeten Schrauben.

Verbindungen mit Winkeln

Verbindungen mit Schlitz und Zapfen

Eine Verbindung mittels Schlitz und Zapfen gehört ebenfalls zu den sehr stabilen Verbindungen. Im Normalfall werden die waagerechten Hölzer dabei mit einem Zapfen und die senkrechten Hölzer mit einem Schlitz versehen. Ähnlich wie bei der Eckfederverbindung gilt auch hier, dass Schlitz und Zapfen über ein Drittel der Holzstärke gearbeitet werden. Schlitz und Zapfen werden mit Leim versehen und anschließend ineinander geschoben.

Verbindung mit Schlitz und Zapfen

Verbindungen mit Zinken und Schwalben

Eine nicht nur stabile, sondern auch optisch sehr schöne Verbindung ergibt sich durch Zinken und Schwalben. Zunächst werden hierfür die Zinken angezeichnet und entlang der Linien mit einer Feinsäge vorgeschnitten. Dann wird das dazwischenlegende Holz herausgestemmt. Das vorbereitete Bauteil dient im Anschluss als Schablone für die Gegenseite. Das bedeutet, es wird auf das andere Bauteil aufgelegt, die Schwalben werden mit einem Bleistift aufgezeichnet und nach dem Einsägen herausgenommen.

Verbindungen mit Zinken und Schwalben

Abschließend wird Leim aufgetragen und die beiden Teile werden zusammengesteckt. Eine solche Verbindung ist zwar recht aufwändig und erfordert eine genaue Arbeitsweise, vor allem bei Möbelstücken lohnt sich dieser Aufwand aber.

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