Obstmühle selber bauen

Ein eigener Garten, in dem auch noch Obst und Gemüse geerntet werden können, ist schon eine tolle Sache. Problematisch ist nur, dass üblicherweise alles zur gleichen Zeit reif ist. Also müssen Ideen her, wie die Früchte verarbeitet werden können. Ein Produkt, das gerne aus der heimischen Ernte hergestellt wird, ist Saft. Und eine Mühle zum Saftpressen kann sich der handwerklich begabte Gärtner selber bauen.

Obstmühle und Saftpresse selber bauen

Im Handel sind Mühlen und Pressen in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Von kleinen Geräten, mit denen überschaubare Mengen Saft hergestellt werden können, bis hin zu großen Maschinen für die Verarbeitung von umfangreichen Obst- und Gemüsemengen ist alles zu haben. Allerdings sind die käuflichen Versionen recht teuer. Für ein paar Liter eignen Saft pro Jahr lohnt sich die Anschaffung oft nicht.

Mit den richtigen Ideen kann sich der Gartenfreund aber eigene Gerätschaften bauen. Diese sind dann zwar nicht ganz so professionell wie fertig gekaufte Maschinen, funktionieren aber nach einem ähnlichen Prinzip und erfüllen durchaus ihren Zweck.

Im Grunde genommen braucht der Gartenfreund zwei Geräte, wenn er eigenen Saft herstellen möchte. Das eine Gerät ist ein Häcksler, der größere und härtere Früchte wie Äpfel oder Birnen in kleine Stücke zerhackt. Zwar kann der Gartenfreund die Früchte auch mit dem Küchenmesser kleinschneiden, schon bei ein paar Kilo dauert diese Arbeit aber recht lange. Ein Gerät, das Früchte effektiv zu Hackschnitzeln verarbeitet, ist ein herkömmlicher Gartenhäcksler. Selbstbaukonstruktionen mit Zahnrädern oder Holzwalzen, in die überstehende Schrauben eingearbeitet sind, als Messerersatz funktionieren oft weniger gut. Außerdem kann es schnell gefährlich werden, wenn sich irgendwelche zusammengebastelten Schneide- oder Mahlvorrichtungen selbstständig machen.

Das andere Gerät, das der Gartenfreund für seine Saftproduktion braucht, ist eine Presse. Und Anregungen für den Bau einer solchen Presse liefert diese Bauanleitung. Dabei wurde bewusst auf Maßangaben verzichtet. Es geht vielmehr darum, die grundlegende Vorgehensweise beim Bau aufzuzeigen. Zudem soll die Saftpresse möglichst kostengünstig nachzubauen sein. Deshalb wird mit Materialien gearbeitet, die oft ohnehin vorhanden sind.

Eine Obstmühle selber bauen – die Materialien

  • Vierkantohre für den Rahmen, 5 x 5 cm stark
  • 1 alter, großer Topf (z.B. Einkochtopf oder Wurstkessel)
  • 1 Gefäß aus Kunststoff, Edelstahl oder Emaille als Presskorb, z. B. Plastikfass, Kunststoffeimer mit dicken Wänden, alter Topf o. Ä.
  • 2 runde Holzplatten, mit Durchmesser passend zum Presskorb
  • Holzklötze zum Unterfüttern des Wagenhebers
  • 1 hydraulischer Wagenheber
  • unbedruckter Stoffbeutel oder Kissenhülle aus Leinen als Pressbeutel
  • 1 Stück Schlauch
  • kurze Gewindestabstücke, Unlegscheiben und Flügelmuttern

 

Eine Obstmühle selber bauen – eine Anleitung

1. Schritt: den Rahmen für die Obstmühle bauen

Als erstes wird der Rahmen gebaut, der das Gestell für die Pressvorrichtung bildet. Wie groß der Rahmen wird, hängt von der Größe des verwendeten Topfes ab. Grundsätzlich muss aber gewährleistet sein, dass der Topf sicher in dem Rahmen steht. Damit die ganze Konstruktion nicht herumwackelt oder gar umkippt, sollten die Rohre des Rahmens deshalb auch auf jeden Fall zusammengeschweißt werden. Schraubverbindungen sind nicht stabil genug. Nach dem Verschweißen sollte das Gestell mit einer Rostschutzfarbe lackiert werden.

Obstmühle selber bauen - den Rahmen für die Obstmühle bauen

 

2. Schritt: den Presskorb anfertigen und den Topf vorbereiten

Für den Presskorb wird ein Kunststoff-, Emaille- oder Edelstahlgefäß umfunktioniert. In dieses Gefäß müssen in den Boden und in die Seiten Löcher gebohrt werden. Die Löcher sind notwendig, damit der Saft austreten kann. Andernfalls würde der Saft im Presskorb bleiben. Die Löcher sollten zwischen 8 und 10 mm groß sein. Kleinere Löcher würden ständig verstopfen. Am oberen Rand wird der Presskorb noch mit Bohrungen ausgestattet, über die er später am Topf der Obstmühle befestigt wird.

Der Topf erhält ebenfalls Bohrungen, passend zu den Befestigungslöchern im Presskorb. Wichtig dabei ist, dass der Presskorb später so im Topf hängt, dass er nicht direkt auf dem Boden aufsteht. Der Topf erhält außerdem im unteren Bereich ein Loch. In dieses Loch wird der Schlauch gesteckt, über den der Saft abfließt.

 

3. Schritt: die Obstmühle zusammenbauen

Ist der Presskorb fertig, kann die Obermühle auch schon zusammengebaut werden. Dafür wird der Presskorb in den Topf gehoben und mithilfe von Gewindestabstücken, Unterlegscheiben und Flügelmuttern befestigt. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass der Presskorb nach dem Pressen herausgenommen und gut gereinigt werden kann. Anschließend wird der Topf mit einem Stoffbeutel oder einer Kissenhülle als Pressbeutel ausgelegt.

Dann wird der Topf in den Rahmen gestellt und mit Obstschnitzeln befüllt. Die Obstschnitzel werden mit zwei Holzplatten abgedeckt. Auf die Holzplatten werden zwei Holzklötze gelegt und darauf wird der Wagenheber positioniert. Vor der Obstmühle wird ein Kanister, Fass oder Eimer als Auffangbehälter für den Saft aufgestellt und das Ende des Schlauches dort hineingesteckt. Nun kann der erste Pressvorgang starten. Lässt der Druck nach, wird der Wagenheber entlüftet. Damit er nicht zu tief in den Presskorb absinkt, werden weitere Holzklötze unterlegt. Dann wird wieder Druck ausgeübt. Dies wird sooft wiederholt, bis die Obstschnitzel ausgequetscht sind und nur noch Trester übrig ist.

Obstmühle selber bauen - Obstmühle zusammenbauen

Nach dem Saftpressen wird der Pressbeutel samt Trester herausgenommen, entleert und gewaschen. Auch der Presskorb und der Topf werden gereinigt. Die Holzplatten, die mit dem Obst Kontakt hatten, werden abgespült. Sind die Einzelteile wieder sauber und trocken, kann die Obstmühle für den nächsten Einsatz zusammengebaut werden.