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bauanleitung.org

Pavillon selber bauen: Bauplan mit Maßen für 3×3 und 4×4

Stand 5. Oktober 2026

Aktualisiert am 5. Oktober 2026 von Redaktion bauanleitung.org

Drei mal drei Meter heißt beim Pavillon nicht, dass du am Ende auf neun Quadratmetern sitzt. Das Maß bezeichnet die Außenkante des Rahmens. Innen bleiben bei diesem Bauplan 2,70 m × 2,70 m, also 7,29 Quadratmeter. Und noch etwas dreht die Reihenfolge um, mit der die meisten anfangen: Nicht die Pfosten bestimmen das Dach, sondern das Dach bestimmt, wie lang du die Sparren zuschneidest. Deshalb steht hier die Dachrechnung vor dem ersten Loch im Boden.

Was 3×3 beim Pavillon wirklich bedeutet

Die vier Umrandungshölzer sind 300 cm lang und schließen bündig mit den Pfosten ab. Die Pfosten sind 15 cm × 15 cm stark. Daraus ergibt sich alles Weitere: Der lichte Abstand zwischen zwei Pfosten ist 300 − 2 × 15 = 270 cm. Genau diese 270 cm haben die Auflageleisten im Bauplan, die zwischen den Pfosten verlaufen. Die beiden Maße kontrollieren sich gegenseitig — wenn deine Auflageleiste nicht genau zwischen die Pfosten passt, stimmt der Pfostenabstand nicht.

Maß 3×3-Pavillon 4×4-Pavillon
Umrandung, Außenkante 300 cm 400 cm
Pfostenachsen, Abstand 285 cm 385 cm
Auflageleiste zwischen den Pfosten 270 cm 370 cm
Nutzbare Fläche innen 2,70 × 2,70 m = 7,29 m² 3,70 × 3,70 m = 13,69 m²
Gratsparren, waagerechte Strecke 212 cm 283 cm

Die 3×3-Spalte stammt aus der Materialliste dieses Bauplans. Die 4×4-Spalte ist mit derselben Regel hochgerechnet (Außenkante minus zweimal Pfostenstärke, halbe Diagonale mal 0,7071) und nicht gebaut gegengeprüft — rechne sie mit deinen eigenen Pfostenmaßen nach, wenn du größer baust.

Werkzeug und Material für den 3×3-Pavillon

Werkzeug:

  • Kapp- oder Handkreissäge, mit der du Gehrungen schneiden kannst
  • Akkuschrauber und Bohrer für die Bolzenlöcher
  • Wasserwaage, möglichst 100 cm lang, und eine Richtschnur
  • Zollstock, Anschlagwinkel, Schmiegewinkel für die Dachschnitte
  • Schraubzwingen, um den Rahmen beim Verschrauben zu halten

Material nach dem Bauplan:

  • Bauplan Pavillon mit Maßen für den Rahmen4 Pfosten, 15 cm × 15 cm, 180 cm lang
  • 4 Hölzer als Umrandung, 300 cm lang, 30 cm hoch, 5 cm stark
  • 4 Auflageleisten, 270 cm lang, 10 cm hoch, 5 cm stark
  • 16 Dachsparren, 20 cm hoch und 5 cm stark — die Länge rechnest du im nächsten Abschnitt aus
  • Metallwinkel, Bolzen und nichtrostende Schrauben

Zur Sparrenzahl: Die alte Materialliste dieses Bauplans nannte zwölf Dachsparren. Das passt nicht zu der Dachkonstruktion, die darunter beschrieben ist. Vier Gratsparren laufen von den Ecken zur Dachmitte, vier Mittelsparren von der Rahmenmitte zur Dachmitte, dazu kommen acht kurze Sparren, die seitlich auf die Gratsparren treffen: 4 + 4 + 8 = 16. Mit zwölf Hölzern bleiben vier Felder leer. Rechne deshalb mit 16.

Die Dachkonstruktion zuerst rechnen

Das Zeltdach über einem quadratischen Grundriss hat zwei verschiedene Sparrenlängen, und beide hängen an einer einzigen Zahl: der Firsthöhe über der Rahmenoberkante.

Der Gratsparren liegt auf der Diagonale. Seine waagerechte Strecke ist die halbe Diagonale des Quadrats, also Seitenlänge × 0,7071. Bei 300 cm sind das 212 cm. Der Mittelsparren liegt in der Senkrechten auf die Rahmenmitte, seine waagerechte Strecke ist die halbe Seitenlänge, also 150 cm.

Die wirkliche Sparrenlänge bekommst du mit dem Satz des Pythagoras: Länge = Wurzel aus (waagerechte Strecke² + Firsthöhe²). Der Schnittwinkel am First ist der Arkustangens aus Firsthöhe geteilt durch waagerechte Strecke — diesen Winkel stellst du am Schmiegewinkel ein.

300 cm AußenkanteFirstGratsparrenMittelsparrenkurze Sparren■ Pfosten 15 × 15 cm

Draufsicht: vier Gratsparren auf den Diagonalen, vier Mittelsparren, acht kurze Sparren dazwischen. Alle zwölf langen und kurzen Hölzer treffen auf derselben Höhe am First zusammen.

Sparrenlänge und Firsthöhe ausrechnen

Gib deine Maße ein. Die Firsthöhe ist der Abstand zwischen Rahmenoberkante und Dachspitze, nicht die Gesamthöhe des Pavillons.


Bei 300 cm Außenkante und 80 cm Firsthöhe sind das 226,7 cm Gratsparren bei 20,7 Grad und 170,0 cm Mittelsparren bei 28,1 Grad. Die 28,1 Grad sind gleichzeitig die Neigung der Dachfläche. Flacher als etwa 20 Grad solltest du nicht gehen, sonst bleibt Wasser auf der Dachhaut stehen; wie viel Neigung dein Dachmaterial mindestens braucht, steht in der Verlegeanleitung des Herstellers.

Schritt für Schritt vom Fundament bis zum First

1.) Fundament setzen. Welches Fundament passt, hängt vom Untergrund ab — Punktfundamente aus Beton unter jedem Pfosten, Betonplatten oder einbetonierte Pfostenschuhe. Gelungen ist der Schritt, wenn alle vier Auflagepunkte auf derselben Höhe liegen: Richtschnur spannen, Wasserwaage auflegen, Abweichung ausgleichen, bevor der Beton aushärtet.

2.) Pfosten stellen und ausrichten. Die vier Pfosten so setzen, dass die Außenkanten 300 cm Abstand haben. Danach jeden Pfosten mit der Wasserwaage auf zwei Seiten senkrecht ausrichten und abstützen. Gelingtkontrolle: Beide Diagonalen von Außenkante zu Außenkante messen. Sie müssen gleich lang sein, bei 300 cm Seitenlänge etwa 424 cm. Weichen sie um mehr als einen Zentimeter voneinander ab, steht das Quadrat schief und das Dach passt später nicht.

Bauzeichnung Pavillon mit Pfosten, Umrandung und Auflageleisten
Pavillon Bauzeichnung

3.) Umrandung anschrauben. Die 300 cm langen Hölzer außen um die Pfosten legen, bündig mit den Pfostenkanten abschließen und je Seite mit zwei Bolzen befestigen. Vorbohren, sonst reißt das Holz an den Kanten.

4.) Auflageleisten montieren. Die 270 cm langen Leisten innen zwischen die Pfosten setzen, oben bündig mit der Umrandung. Sie tragen später die Sparren mit. Gelingtkontrolle: Die Leiste muss sich ohne Druck zwischen die Pfosten schieben lassen und oben mit der Umrandung eine durchgehende Fläche bilden.

5.) Sparren zuschneiden. Erst die vier Gratsparren, dann die vier Mittelsparren, dann die acht kurzen. Jeden Sparren oben auf den berechneten Winkel schmiegen, unten auf dem Rahmen auflegen. Schneide einen Gratsparren zu und lege ihn probeweise an, bevor du die anderen drei sägst.

Dachkonstruktion des Pavillons mit Grat- und Mittelsparren
Pavillon Dachkonstruktion

6.) Dach aufbauen. Zuerst zwei gegenüberliegende Gratsparren mit einem Helfer in Position halten und am First verschrauben, dann die beiden anderen. Danach die Mittelsparren, zuletzt die kurzen. Alle Verbindungen zusätzlich mit Metallwinkeln sichern. Gelingtkontrolle: Der First sitzt mittig über dem Kreuzungspunkt der Diagonalen, und alle vier Dachflächen haben dieselbe Neigung.

Sechseckiger Pavillon mit Flechtwerk

Wer kein Zeltdach aus Sparren bauen will, kommt mit der zweiten Bauweise aus diesem Bestand schneller zum Ziel: ein sechseckiger Pavillon mit geflochtenen Wänden und Bambusdach, Seitenlänge 1,50 m. Das sind rechnerisch 5,85 Quadratmeter Grundfläche, deutlich weniger als beim 3×3-Quadrat, dafür ohne Gehrungsschnitte.

Material: 12 Pfosten 8 cm × 8 cm, 250 cm lang; 25 Weidenäste von etwa 5 cm Dicke und 150 cm Länge; dünne, trockene Weiden zum Flechten; 6 Bretter 2 cm stark, 10 cm breit, 150 cm lang; nichtrostende Holzschrauben; Bambusmatten als Dach. Sechs Pfosten stehen in den Ecken; wie viele der übrigen du zusätzlich in die Seiten setzt, hängt davon ab, wie dicht du flechten willst.

Die Weiden zum Flechten müssen mindestens 24 Stunden im Wasser liegen, sonst brechen sie beim Biegen. Die Ecken bekommen Pfosten in Metallschuhen oder einbetoniert, zwischen die Pfosten kommen je fünf der dicken Weidenäste etwa 30 cm tief in den Boden. Eine Seite bleibt als Eingang frei. Geflochten wird immer abwechselnd vor und hinter den nächsten Ast oder Pfosten; ein neuer Weidenstrang wird mit dem Ende ins vorhandene Geflecht geschoben. Zum Abschluss werden die sechs Bretter von oben auf die senkrechten Äste geschraubt und dienen gleich als Ablage.

Bauzeichnung sechseckiger Pavillon mit Flechtwerk, Seitenansicht
Flechtpavillon, Seitenansicht
Bauzeichnung sechseckiger Pavillon, Grundriss mit Eingangsseite
Flechtpavillon, Grundriss

Holzpavillon mit geflochtenen Wänden im GartenDie Bambusmatten werden überlappend aneinander getackert und an die Pfosten geschraubt. Sie halten in der Regel nicht länger als eine Saison oder zwei — das ist bei diesem Preis der Kompromiss für ein Dach ohne Sparrenrechnung.

Was beim Pavillonbau schiefgeht

  • Diagonalen nicht gemessen. Ein um zwei Zentimeter schiefes Quadrat merkst du erst, wenn der zweite Gratsparren nicht mehr am First ankommt. Dann sind alle vier Sparren Ausschuss.
  • Gehrung am Probestück nicht geprüft. Der berechnete Winkel gilt für die Mittellinie des Sparrens. Bei 20 cm hohen Hölzern verschiebt die Bauteilhöhe den Anschnitt sichtbar — einmal anlegen, nachstellen, dann sägen.
  • Pfosten ohne Abstand zum Boden. Steht das Pfostenholz direkt im Erdreich oder in einer Betonpfanne, in der Wasser stehen bleibt, fault es von unten. Pfostenschuhe setzen das Holz über die Oberfläche.
  • Dachneigung zu flach gewählt. Unter etwa 20 Grad bleibt Wasser auf der Dachhaut liegen. Firsthöhe im Rechner erhöhen, nicht die Sparren später nachbiegen.
  • Zu früh verschraubt. Umrandung und Auflageleisten erst festziehen, wenn alle vier Pfosten senkrecht stehen und abgestützt sind.

Soll statt des offenen Pavillons ein geschlossener Raum entstehen, ist die Gartenlaube die passendere Bauweise. Wer das Dach an die Hauswand anschließen will, findet die Konstruktion bei der Terrassenüberdachung mit Sonnensegel. Für den Boden unter dem Pavillon eignet sich die Unterkonstruktion aus der Holzterrassen-Bauanleitung.