Aktualisiert am 28. September 2026 von Redaktion bauanleitung.org
Für eine selbst gebaute Weihnachtskrippe brauchst du weder eine Werkstatt noch neues Holz. Die beiden Bauweisen auf dieser Seite kommen mit Resten aus der Holzkiste und mit Ästen vom Spaziergang aus. Die erste ist ein verleimter Leistenrahmen mit gedecktem Bretterdach und dauert einen Nachmittag. Bei der zweiten bindest du Äste mit Schnur zu Matten und klebst sie auf ein Gerüst – dafür reichen Säge und Heißklebepistole, und Kinder können mitarbeiten. Beide Krippen sind auf Figuren von rund zehn Zentimetern ausgelegt und lassen sich über einen Faktor auf größere Figuren hochrechnen.
Wie groß die Krippe für deine Figuren werden muss
Miss als Erstes deine höchste Figur im Stehen. Die Maße der beiden Bauweisen weiter unten gehen von rund zehn Zentimetern aus: Bauweise 1 steht auf einer Grundplatte von 30 x 20 Zentimetern, ihre Rückwand ist am Giebel 15 und an den Schultern 10 Zentimeter hoch. Bauweise 2 steht auf 25 x 15 Zentimetern mit 15 Zentimeter hohen Stützen.
Sind deine Figuren höher, rechnest du alle Maße mit demselben Faktor hoch. Bei 15 Zentimeter hohen Figuren ist das der Faktor 1,5: aus der 30 Zentimeter langen Grundplatte werden 45, aus den 13,5 Zentimeter langen Querleisten 20 und aus den Dachbrettern von 17,5 Zentimetern gut 26. Rechne den Faktor einmal für alle Teile durch und schreib die Maße auf, bevor du sägst.
Bevor du das erste Brett zuschneidest, machst du die Papierprobe: Zeichne die geplante Grundfläche auf ein Blatt und stell Maria, Josef, das Kind und die Futterkrippe darauf. Bleibt zwischen den Figuren und der gedachten Seitenwand noch Platz für deine Fingerkuppe, reicht die Fläche. Steht schon auf dem Papier alles gedrängt, gehst du eine Nummer größer – im fertigen Stall wird es nicht mehr weiter.
Material und Werkzeug
An Werkzeug brauchst du für beide Bauweisen dasselbe:
- feine Handsäge oder Laubsäge
- Bohrmaschine oder Akkuschrauber mit dünnem Holzbohrer zum Vorbohren
- Schraubendreher und zwei Schraubzwingen
- Heißklebepistole
- Schleifpapier, Zollstock und Bleistift
Für Bauweise 1, den Leistenrahmen:
-
1 Holzplatte als Grundplatte, 30 x 20 x 2 cm - 1 Holzplatte als Rückwand, 15 x 20 x 1,5 cm
- 1 Holzleiste, 120 x 1 x 1 cm
- 1 Holzleiste, 250 x 2 x 0,5 cm
- Holzleim und Stiftnägel
Für Bauweise 2, die Astmatte:
- 1 Holzplatte als Bodenplatte, 25 x 15 cm
- 5 Holzleisten als Stützen, 0,5 x 0,5 x 15 cm
- 2 Holzleisten als Dachsparren, 0,5 x 0,5 x 30 cm
- dünne Äste, möglichst gleich stark
- Schnur, etwa sechs Meter
- 10 Schrauben und Heißkleber
Zum Gestalten kommt bei beiden dazu, was im Haus ist: Bastelgips, Styroporreste, braune Farbe oder Acrylfarben, Baumrinde, Moos, Stroh oder Kunstrasen. Für die Hölzer musst du nichts kaufen. Die Teile sind klein und nach dem Gestalten ohnehin nicht mehr zu sehen, Reste und Abschnitte reichen.
Leistenrahmen oder Astmatte: welche Bauweise zu dir passt
| Bauweise 1: Leistenrahmen | Bauweise 2: Astmatte | |
|---|---|---|
| Aussehen | klare Kanten, gedecktes Bretterdach | naturbelassen, gebundene Astwände |
| Material | Holzreste und Leisten | Leisten plus Äste aus dem Garten |
| Aufwand | ein Nachmittag | Bauen kurz, Matten binden lang |
| Mit Kindern | beim Gestalten | beim Binden und Gestalten |
| Schwierigster Schritt | die vier Querleisten gleich lang sägen | die Matte an der Unterkante gerade halten |
| Trocknungszeit | Leim abbinden lassen | nur Heißkleber, sofort weiter |
Bauweise 1: die Krippe aus Holzresten und Leisten
1. Schritt: die Hölzer sägen
Als Erstes bekommt die Rückwand ihren Giebel. Nimm die 15 x 20 Zentimeter große Platte, markiere die Mitte der Oberkante und miss an beiden Seitenkanten von unten 10 Zentimeter ab. Verbinde die drei Punkte mit dem Bleistift und säge die beiden Schrägen ab.
Aus der 1 x 1 Zentimeter starken Leiste werden zehn Stücke: zwei zu 10, eines zu 18, eines zu 5, zwei zu etwa 11 und vier zu 13,5 Zentimetern. Die 2 x 0,5 Zentimeter starke Leiste teilst du in 14 Stücke von je 17,5 Zentimetern, das sind später die Dachbretter.
Achte darauf, dass die vier 13,5-Zentimeter-Stücke wirklich gleich lang sind, sie tragen das Dach. Schleife alle Schnittkanten kurz an. Der Zuschnitt sitzt, wenn du die beiden abgesägten Dachschrägen aufeinanderlegen kannst und sie deckungsgleich sind.
2. Schritt: Rückwand und Vorderseite aufleimen
Leime die Rückwand auf die Grundplatte, bündig mit der hinteren Kante und mit je 5 Zentimetern Abstand zu den Seiten. Setz eine Zwinge an und sichere sie von der Unterseite mit zwei Stiftnägeln.
Jetzt die Vorderseite: Das 18 Zentimeter lange Leistenstück wird waagerecht zwischen die beiden 10-Zentimeter-Stücke geleimt, das ergibt einen U-förmigen Rahmen. Mittig auf die Querleiste kommt das 5 Zentimeter lange Stück als Firstpfosten, die beiden 11-Zentimeter-Stücke verbinden ihn mit den Seiten. Stell den fertigen Rahmen mit 5 Zentimetern Abstand zur Vorder- und zu den Seitenkanten auf die Grundplatte und verleime ihn.
Bevor du weitermachst, verbindest du Vorderseite und Rückwand mit den vier 13,5 Zentimeter langen Leisten. Richte sie mit dem Zollstock aus, solange der Leim noch nicht angezogen hat: Stimmt das Maß an beiden Seiten, steht das Dach später waagerecht.
3. Schritt: das Dach decken
Die 14 Dachbretter werden auf die Sparren geleimt und mit Stiftnägeln gesichert, jedes leicht über das vorige geschoben. Fang an der Traufe an und arbeite dich zum First hoch, dann liegt die Überlappung in der richtigen Richtung. Das Dach ist fertig, wenn du von unten durch keine Fuge mehr hindurchsiehst.

Bauweise 2: die einfache Krippe aus Ästen und Schnur
1. Schritt: das Grundgerüst schrauben
Setz die fünf 15 Zentimeter langen Leisten auf die Bodenplatte: vier in die Ecken, die fünfte mittig an eine der langen Kanten. Bohre die Schraublöcher vor, sonst reißt das dünne Holz. Danach kommen die beiden 30 Zentimeter langen Leisten als Dachsparren oben auf die Stützen, mit 2,5 Zentimetern Überstand auf jeder Seite. Auch hier vorbohren. Das Gerüst steht richtig, wenn es auf der Tischplatte nicht kippelt.

2. Schritt: die Astmatten binden
Das ist die Fleißarbeit, und hier können Kinder gut mitmachen. Säge die Äste auf eine einheitliche Länge. Sie ergibt sich aus der Höhe der Stützen plus der Stärke der Bodenplatte, bei einer 2 Zentimeter dicken Platte also 17,5 Zentimeter.
Schneide drei Stücke Schnur von je zwei Metern ab und klapp jedes in der Mitte. Versieh den ersten Ast an drei Stellen mit einem einfachen Knoten, leg den nächsten daneben und verknote ihn auf derselben Höhe. So arbeitest du weiter, bis die Matte 51 Zentimeter lang ist, das reicht für Rückseite und beide Seiten.
Krumme Äste sind kein Fehler, sie machen das natürliche Aussehen. Worauf es ankommt: Ober- und Unterkante der Matte müssen gerade verlaufen. Läuft die Unterkante schief, steht die Krippe schief und das Dach liegt nicht auf. Halte die Matte zur Kontrolle an die Tischkante. Schließt sie dort auf ganzer Länge an, kannst du sie mit Heißkleber an Bodenplatte, Seiten und Rückwand festkleben.

3. Schritt: Dach und Zaun
Das Dach entsteht genauso: Äste nebeneinanderlegen, mit drei Schnüren verbinden, fertige Größe 30 x 16 Zentimeter. Hier dürfen die Kanten unregelmäßig auslaufen, das sieht an der Traufe sogar besser aus. Kleb die Matte mit Heißkleber auf die beiden Sparren.
Wer mag, bindet aus kurzen Aststücken noch einen Zaun und klebt ihn vor die offene Seite.

Die Krippe gestalten: Gips, Farbe oder Rinde
Rühr Bastelgips nach Packungsangabe an, zerbrösel Styropor zu kleinen Kügelchen und misch beides mit brauner Farbe. Diese Masse trägst du mit den Fingern innen und außen auf. Die Styroporstücke geben der Oberfläche Struktur, und weil die Farbe schon eingemischt ist, brauchst du hinterher nicht mehr zu streichen.
Es geht auch ohne Gips: Bemal die Hölzer mit Acrylfarbe, beklebe die Rückwand mit Baumrinde oder deck die Bodenplatte mit Moos, Stroh oder Kunstrasen ab. Arbeite von innen nach außen und lass das Dach bis zuletzt frei, sonst kommst du mit der Hand nicht mehr in den Stall.
Zum Schluss kommt die Futterkrippe hinein. Dafür klebst du je zwei kurze Leistenstücke zu einem X, verbindest die beiden X mit zwei Seitenteilen und schließt vorn und hinten mit je einem Holzdreieck ab. Füll sie mit Heu, dann kann das Kind hineingelegt werden.
Was beim Krippenbau schiefgeht
- Ohne Vorbohren geschraubt. Die Stützen sind nur einen halben Zentimeter stark und reißen längs auf. Bohr mit einem Bohrer vor, der dünner ist als der Schraubenschaft.
- Die Astmatte hat eine schiefe Unterkante. Dann kippt die ganze Krippe und das Dach liegt nur auf einer Seite auf. Vor dem Kleben an der Tischkante prüfen, nicht danach.
- Der Gips war zu nass. Zu dünn angerührte Masse läuft an der Wand herunter und reißt beim Trocknen. Rühr sie so steif an, dass sie am Finger hängen bleibt.
- Erst gebaut, dann die Figuren gemessen. Eine fertig gestaltete Krippe lässt sich nicht mehr vergrößern. Die Papierprobe kostet fünf Minuten.
- Das Dach zu früh gedeckt. Danach kommst du zum Gestalten der Innenwände nicht mehr hinein. Innen zuerst, Dach zuletzt.
Thema: Weihnachtskrippe selber bauen
Weitere Anleitungen: Allerlei
- Bauanleitung Armbrust Zielscheibe
- Bauanleitung Destille
- Bauanleitung Krippe
- Bauanleitung Türstopper kostenlos
- Bilderrahmen Bauanleitung
- Eiweißabschäumer Bauanleitung