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Höhe von Lichtschalter und Steckdose nach Norm

Barrierefrei Stand 24. Oktober 2026

Aktualisiert am 24. Oktober 2026 von Redaktion bauanleitung.org

85 cm ist nicht die übliche Normhöhe für Lichtschalter, sondern die Höhe für rollstuhlgerechte Wohnungen. Im normalen Wohnungsbau liegt die Vorzugshöhe nach DIN 18015-3:2016-09 bei 105 cm für Lichtschalter, 30 cm für Steckdosen und 115 cm über der Arbeitsplatte. Gemessen wird bis zur Dosenmitte, ab Oberkante Fertigfußboden.

Normhöhen für Schalter und Steckdosen

Bauteil Regelhöhe Norm Abweichung barrierefrei
Lichtschalter neben der Tür 105 cm (Mitte des obersten Schalters) DIN 18015-3 85 cm Achsmaß (DIN 18040-2, rollstuhlgerecht)
Steckdose im Wohnraum 30 cm DIN 18015-3 Greifhöhe 85 cm wie bei Bedienelementen, wo sie vom Rollstuhl aus genutzt wird
Schalter und Steckdose über der Arbeitsfläche 115 cm DIN 18015-3 nach der Höhe der Arbeitsplatte planen
Mehrere Schalter übereinander oberster höchstens 105 cm DIN 18015-3 unterster mindestens 85 cm, oberster höchstens 105 cm
Abstand zur Tür Zone 10 bis 30 cm neben der Rohbaukante DIN 18015-3 seitlich mindestens 50 cm zu Wänden und Einbauten
  • Lichtschalter: Die 105 cm sind eine Sollvorgabe für die Mitte des obersten Schalters, keine Pflicht für jeden einzelnen.
  • Steckdose: 30 cm ist die Vorzugshöhe in der unteren Installationszone, die 15 bis 45 cm über dem Fußboden liegt. Eine Steckdose auf 40 cm liegt noch in dieser Zone und ist damit zulässig, aber nicht die Vorzugshöhe.
  • Arbeitsfläche: Die 115 cm gelten über Arbeitsflächen, in der Wohnung meist in Küche und Hausarbeitsraum.
  • Kombinationen: Zwei Dosenmitten liegen 71 mm auseinander, bei einer Kombination ändert sich die Höhe also je Dose.
  • Türabstand: Durch diesen senkrechten Streifen läuft die Leitung, deshalb sitzt der Schalter dort.

Oberkante Fertigfußboden (0 cm) Tür Schalter 105 cm 85 cm barrierefrei (R) Steckdose 30 cm über Platte 115 cm Zone 10–30 cm neben der Tür untere Zone 15–45 cm

Ab Rohboden oder ab Fertigfußboden messen?

Alle Normhöhen beziehen sich auf die Oberkante Fertigfußboden, also auf den fertigen Belag. Fehlen Estrich und Belag noch, rechnest du deren Aufbau auf. Wer die 105 cm direkt vom Rohboden anzeichnet, sitzt nach dem Estrich genau um diese Aufbauhöhe zu tief.

Markierhöhe für deine Dosen berechnen

Der Rechner arbeitet mit 71 mm zwischen zwei Dosenmitten, dem Normabstand bei Kombinationen von 60-mm-Schalterdosen.

Wie weit kommt der Lichtschalter neben die Tür?

DIN 18015-3 legt neben Türen eine senkrechte Installationszone 10 bis 30 cm neben der Rohbaukante fest. Dort läuft die Leitung und sitzt die Schalterdose. Setz den Schalter auf die Griffseite der Tür, damit das offene Türblatt ihn nicht verdeckt.

Welche Höhe neben dem Bett?

Für Schalter und Steckdosen am Bett nennt DIN 18015-3 keine eigene Höhe. Miss die Oberkante deines Nachttischs und setz die Dose so weit darüber, dass Stecker und Kabel Platz haben und das Kopfteil sie nicht verdeckt.

Welche Höhe gilt barrierefrei?

In rollstuhlgerechten Wohnungen nach DIN 18040-2 sitzen Bedienelemente bei 85 cm Achsmaß, also gemessen bis zur Mitte. Liegen mehrere übereinander, bleibt der unterste bei mindestens 85 cm und der oberste bei höchstens 105 cm. Mit 71 mm Dosenabstand passen in diesen Bereich genau drei Dosen; die vierte läge bei 106,3 cm. Seitlich brauchen Schalter und Taster, auch der Türöffner, mindestens 50 cm Abstand zu Wänden und Einbauten. Das Fachinfoblatt Barrierefreiheit der VBG nennt davor eine freie Bewegungsfläche von 150 × 150 cm und verlangt kontrastreiche Bedienelemente, die mit zwei Sinnen wahrnehmbar sind. Für die Räume im Einzelnen: barrierefreies Bad und behindertengerechte Küche.

Was beim Anzeichnen schiefgeht

  • Die Höhe wurde vom Rohboden statt von der Oberkante Fertigfußboden gemessen.
  • Der Schalter sitzt auf der Seite der Türbänder und verschwindet hinter der offenen Tür.
  • Die Dose liegt außerhalb der Installationszone. Wer später bohrt, rechnet dort nicht mit einer Leitung.
  • In der rollstuhlgerechten Wohnung sind vier Dosen übereinander geplant; die oberste liegt dann über 105 cm.

Stand: Oktober 2026. Quellen: DIN 18015-3:2016-09 (Installationszonen und Vorzugshöhen, nach elektro.net und Baunetz Wissen), DIN 18040-2 sowie VBG-Fachinfoblatt und DGUV zu Bedienelementen (Greifhöhe, Abstände, Bewegungsfläche).

Das Anschließen an das 230-V-Netz übernimmt eine Elektrofachkraft.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar – Impressum · Methodik · Korrekturhinweis

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