Aktualisiert am 9. Oktober 2026 von Redaktion bauanleitung.org

120 × 120 cm Duschfläche für die Nutzung mit Rollator, 150 × 150 cm für den Rollstuhl und am Einstieg höchstens 2 cm Absenkung: An diesen drei Maßen misst die DIN 18040-2 eine Dusche für Menschen mit Behinderung. Die Tabelle fasst alle Werte zusammen und zeigt, wo sich die barrierefreie von der rollstuhlgerechten Ausführung unterscheidet. Wenn Sie eine vorhandene Badewanne gegen eine bodengleiche Dusche tauschen wollen, finden Sie den Ablauf Schritt für Schritt in der Anleitung zum Umbau zur barrierefreien Dusche.
| Bauteil | Barrierefrei nutzbar | Rollstuhlgerecht (R) |
|---|---|---|
| Duschfläche | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Übergang zum Bad | niveaugleich, Absenkung höchstens 2 cm | wie barrierefrei |
| Bodenbelag | rutschhemmend; für den Barfußbereich gilt DIN 51097 | wie barrierefrei |
| Armatur | Einhebel- oder berührungslose Armatur mit Temperaturbegrenzung | zusätzlich aus dem Sitzen erreichbar, Richtwert 85 cm über Boden |
| Duschsitz | Wand muss die Nachrüstung erlauben | Klappsitz nachrüstbar, Sitzhöhe 46–48 cm, Tiefe 45 cm |
| Haltegriffe | Wand muss die Nachrüstung erlauben | beidseitig klappbar, 65–70 cm Abstand, 28 cm über der Sitzfläche |
| Tür zum Bad | lichte Breite 80 cm | lichte Breite 90 cm |
Eine ebenerdige Dusche zeichnet sich dadurch aus, dass sie bündig mit dem Boden im Badezimmer abschließt. Durch diesen planen Aufbau gibt es keine Schwelle oder Stolperkante. Auch Bewohner, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, können die Dusche dadurch sicher und eigenständig nutzen.
Allerdings ist nicht jede bodengleiche Dusche automatisch auch barrierefrei oder rollstuhlgerecht. Damit das der Fall ist, müssen noch ein paar andere Anforderungen erfüllt sein. Welche das sind, steht in der Tabelle oben und in den Abschnitten unten. Den Rahmen für das ganze Badezimmer, von den Bewegungsflächen bis zum WC, beschreibt der Beitrag zum barrierefreien Bad.
Vorschriften: Was die DIN 18040-2 für die Dusche verlangt
Barrierearme oder barrierefreie Duschen sind meist auch für Menschen geeignet, die körperlich eingeschränkt oder pflegebedürftig sind. Allerdings muss eine Dusche, die alters- oder seniorengerecht ausgestattet ist, nicht zwangsläufig barrierefrei im Sinne der Norm sein.
Andersherum ist eine barrierefreie Dusche nicht gleichbedeutend mit einer behindertengerechten Dusche. Denn behindertengerechte Lösungen sollen in erster Linie die individuellen Bedürfnisse einer Person ausgleichen. Im Unterschied dazu berücksichtigt eine barrierefreie Umgebung den Bedarf von Menschen mit den verschiedensten Einschränkungen.
Eine rollstuhlgerechte Lösung geht noch einmal einen Schritt weiter. Sie soll nicht nur Barrierefreiheit sicherstellen, sondern gleichzeitig einem Rollstuhlfahrer die uneingeschränkte Nutzung ermöglichen.
In einem Privathaushalt müssen Sie zwar nicht alle Vorgaben der Norm einhalten. Teilweise ist das auch gar nicht möglich oder wäre nicht unbedingt sinnvoll. Trotzdem können die Vorgaben eine gute Orientierungshilfe sein, wenn Sie Ihr Badezimmer planen oder umbauen wollen.
Barrierefrei nutzbar: 120 × 120 cm
Damit eine Dusche nach dem DIN-Standard als barrierefrei gilt, muss sie zunächst einmal genug Platz bieten. Es muss möglich sein, dass der Bewohner die Dusche mit einem Rollator nutzt. Aus diesem Grund ist eine mindestens 120 x 120 cm große Fläche vorgeschrieben. Außerdem muss die Dusche mit einem rutschhemmenden Belag ausgestattet sein.
Im Idealfall ist die Dusche bodenbündig. Ansonsten darf die Zugangsschwelle höchstens zwei Zentimeter hoch und sollte am besten leicht geneigt sein.
Eine weitere Vorgabe ist, dass es die Wandkonstruktion ermöglichen muss, jederzeit eine Sitzgelegenheit und Haltegriffe anzubringen. Für die Armatur empfiehlt die Norm entweder einen Einhebelmischer oder eine berührungslose Armatur. Beide sollten über einen Temperatur-Begrenzer verfügen.
Sind alle diese Vorgaben erfüllt, ist die Dusche barrierefrei im Sinne der DIN 18040-2. „Behindertengerecht“ ist dagegen kein Normbegriff: Gemeint ist eine Lösung, die auf den Bedarf einer bestimmten Person zugeschnitten ist. Sie kann über die Norm hinausgehen oder an einzelnen Stellen bewusst davon abweichen.
Rollstuhlgerecht: 150 × 150 cm
An eine rollstuhlgerechte Dusche stellt die DIN-Norm zusätzlich zu den genannten Kriterien noch ein paar zusätzliche Anforderungen. Weil die Dusche mit einem Rollstuhl nutzbar sein muss, beträgt die Mindestgröße 150 x 150 cm.
Außerdem muss es möglich sein, nachträglich einen Klappsitz zu montieren. Er muss eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm bieten und 45 cm tief sein.
Ergänzt wird der Sitz auf beiden Seiten um klappbare Haltegriffe. Diese Griffe sollten mit einem Abstand von 65 bis 70 cm zueinander und 28 cm oberhalb der Sitzfläche montiert werden. Für die Länge der Griffe empfiehlt die Norm die Tiefe des Sitzes plus 15 cm.
Damit ein Rollstuhlfahrer die Armatur aus seiner sitzenden Position heraus bedienen kann, muss sie etwas tiefer angebracht werden. Hier gilt eine Höhe von 85 cm über dem Boden als Richtlinie.
Nachträglich eine behindertengerechte Dusche bauen
Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihr Badezimmer nachträglich mit einer barrierefreien Dusche auszustatten, werden Sie mitunter andere Lösungen finden müssen. Denn die Vorgaben aus der Norm lassen sich zum Beispiel in einem kleinen Bad nicht immer ohne Weiteres umsetzen.
Es ist zwar wichtig, dass Sie möglichst große Bewegungsflächen schaffen. Denn zum einen erhöhen Sie dadurch die Sicherheit für Bewohner, die sich nur eingeschränkt bewegen können oder im Rollstuhl sitzen. Zum anderen wird es für Sie selbst oder eine Pflegekraft leichter, einem pflegebedürftigen Bewohner bei der Körperpflege zu helfen.
Doch selbst wenn Sie auf die Wanne verzichten oder Toilette und Waschtisch versetzen, reicht der Platz für eine 120 x 120 cm oder 150 x 150 cm große Duschfläche manchmal nicht aus. Tatsächlich ist das aber oft nicht weiter schlimm. Denn am Ende zählt, dass die Dusche für Ihre Zwecke und Bedürfnisse groß genug ist.
Der Wasserabfluss in der bodengleichen Dusche
Neben dem Platz kann die Entwässerung in der bodengleichen Dusche zur Herausforderung bei einem nachträglichen Einbau werden. Denn vor allem in einem Altbau sind die Böden und Decken oft recht dünn. Doch damit das Wasser abfließen kann, muss im Fußboden ein leichtes Gefälle angelegt werden. Dafür wiederum ist eine gewisse Höhe notwendig.
Reicht die Höhe Ihres Fußbodens so nicht aus, muss eine andere Lösung her. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten. So können Sie den gesamten Boden im Badezimmer um ein paar Zentimeter anheben. Allerdings verlieren Sie dadurch an Raumhöhe. Außerdem kann sich am Übergang zwischen Badezimmer und dem angrenzenden Wohnbereich eine neue Stolperkante ergeben.
Eine Alternative kann sein, die Abwasserleitungen in der Decke vom Raum unter dem Bad zu verlegen. Befindet sich das Badezimmer über einem Keller, sollte das problemlos funktionieren. Schwieriger wird es, wenn sich dort ein anderes Zimmer befindet. Denn für diese Lösung muss die Decke abgehängt werden. Und davon wird der Bewohner des Zimmers vielleicht nicht unbedingt begeistert sein.
Eine weitere Möglichkeit ist, ein Pumpensystem neben der Dusche zu installieren. Das System pumpt das Wasser dann zu einem Ablauf, der höher liegt. Wird die Pumpe an der Wand montiert und mit Fliesen verkleidet, stört sie optisch nicht. Allerdings ist das Pumpen zu hören. Deshalb sollten Sie das Gerät mit einer Dämmung ausstatten.
Daneben können Sie überlegen, ob es unbedingt eine komplett ebenerdige Dusche sein muss. Vielleicht ist eine sehr flache Duschtasse die bessere Lösung. In diesem Fall können Sie die kleine Stufe am Einstieg bei Bedarf mit einer Rampe überbrücken. Dadurch können auch Rollator- und Rollstuhlfahrer die Dusche sicher nutzen.
Die Fliesen für eine behindertengerechte Dusche
In modernen Bädern wird auch die Duschfläche gerne gefliest. Denn durch den einheitlichen Boden im ganzen Badezimmer entsteht ein harmonisches Gesamtbild. Wichtig beim Fliesen ist aber, dass Sie auf ein ausreichendes Gefälle achten. Sonst fließt das Duschwasser nicht in den Abfluss, sondern verteilt sich im Raum.
Entscheiden Sie sich dazu, die Duschfläche minimal abzusenken, sollten Sie die Randfliesen leicht schräg verlegen. Auf diese Weise vermeiden Sie eine mögliche Stolperkante.
Sie können aber auch eine Bodenplatte aus Hartschaum verwenden. In die Bodenplatte sind das Gefälle und der Ablauf schon integriert. Ist die Platte verlegt und mit den Leitungen verbunden, können Sie direkt darauf fliesen.
Für die Fliesen selbst gilt, dass sie rutschhemmend sein sollten. Dafür sorgt eine raue oder profilierte Oberfläche. Achten Sie bei der Angabe auf den Bereich: Die Bewertungsgruppen R 9 bis R 13 nach DIN 51130 gelten für Böden, die mit Schuhen begangen werden. Für die Duschfläche, die Sie barfuß betreten, ist stattdessen die Bewertungsgruppe A, B oder C nach DIN 51097 maßgeblich. Fragen Sie beim Fliesenkauf gezielt danach.
Wäre der Einbau einer bodengleichen, gefliesten Dusche in Ihrem Bad zu aufwändig, kann eine flache Duschtasse aus Emaille oder Acryl eine gute Lösung sein. Solche Duschwannen gibt es in verschiedenen Größen und Formaten. Außerdem sind sie mit einer rutschhemmenden Beschichtung ausgestattet. Barrierefrei im Sinne der Norm ist eine Duschtasse allerdings nur, wenn der Einstieg höchstens 2 cm hoch ist.
Griffe, Sitz und Spritzschutz nachrüsten

Die Größe und die Bauart einer Dusche müssen Sie im Vorfeld planen. Stimmen die Voraussetzungen, reichen bei Bedarf dann aber mitunter kleine Maßnahmen und Anschaffungen aus, um aus der Familiendusche eine behindertengerechte Dusche zu machen.
Haltegriffe, ein Handlauf und ein Duschsitz sorgen zum Beispiel für zusätzliche Sicherheit. Wählen Sie Produkte, die sich wegklappen lassen, können gesunde Bewohner weiterhin ganz bequem im Stehen duschen.
Eine praktische Lösung kann aber auch ein Duschhocker sein. Wird er in der Dusche nicht benötigt, kann er an anderer Stelle im Bad hingestellt werden. Beim Zähneputzen vor dem Waschbecken oder beim Anziehen vor dem Spiegel, zum Beispiel.
Die Duschfläche kann auch nachträglich mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung ausgerüstet werden. Dadurch müssen Sie die Fliesen nicht mühsam entfernen. Genauso effektiv sind Anti-Rutsch-Streifen, die Sie einfach aufkleben.
Für pflegende Angehörige sind sogenannte Duschpflegetüren ein praktisches Hilfsmittel. Bei so einer Tür handelt es sich um eine halbhohe Abtrennung, die als Spritzschutz dient. Dabei kann die Duschpflegetür entweder als Schiebe- oder Falttür fest eingebaut sein. Oder Sie entscheiden sich für eine mobile Variante.
Die Kosten für eine behindertengerechte Dusche
Wie teuer es wird, die Dusche oder das ganze Bad barrierefrei umzubauen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören der Umfang der Bauarbeiten und die gewünschte Ausstattung. Eine Rolle spielt auch, ob Sie die Arbeiten zum Teil selber machen oder für alle Maßnahmen Handwerker beauftragen. Und natürlich richten sich die Kosten nach dem Hersteller der Sanitärobjekte und der Qualität der Baumaterialien.
Ganz alleine müssen Sie die Kosten aber nicht unbedingt stemmen. Prüfen Sie zwei Wege. Erstens die KfW: Der Investitionszuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen“ ist 2026 nicht beantragbar, die Mittel sind ausgeschöpft; der zinsvergünstigte Kredit für altersgerechtes Umbauen läuft davon unabhängig, den Stand prüfen Sie am besten direkt bei der KfW. Zweitens die Pflegekasse: Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI gibt es einen Zuschuss, wenn ein Pflegegrad vorliegt und der Umbau die Pflege zu Hause ermöglicht oder erleichtert. Der Höchstbetrag wird regelmäßig angepasst, fragen Sie ihn vor dem Umbau bei Ihrer Pflegekasse ab.
Aber Achtung: Eine Förderung müssen Sie immer vor Baubeginn beantragen. Im Nachhinein wird sie nicht gewährt.
Fragen zu Begriffen, Griffen und Förderung
Was ist der Unterschied zwischen einer barrierefreien und einer behindertengerechten Dusche?
Barrierefrei ist der Begriff der DIN 18040-2: die Dusche soll für Menschen mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen ohne fremde Hilfe nutzbar sein. Behindertengerecht ist kein Normbegriff, sondern beschreibt eine Lösung, die auf den Bedarf einer bestimmten Person zugeschnitten ist. Rollstuhlgerecht geht noch einen Schritt weiter und ist in der Norm mit der Kennzeichnung R als eigene, höhere Anforderungsstufe gefasst.
Welche Haltegriffe brauche ich in einer behindertengerechten Dusche?
Für eine rollstuhlgerechte Dusche nennt die DIN 18040-2 klappbare Haltegriffe beidseitig des Duschsitzes, einen Klappsitz mit 46 bis 48 cm Sitzhöhe und 45 cm Tiefe sowie eine Handbrause, die aus dem Sitzen erreichbar ist. Entscheidend ist neben dem Griff selbst der Untergrund: die Wand muss die Last aufnehmen können. Die Tragfähigkeit der Befestigung richtet sich nach der Montageanleitung des Herstellers und nach dem Wandaufbau, daher gehört sie vor dem Kauf geprüft.
Was kostet eine behindertengerechte Dusche einzubauen?
Die im Umlauf befindlichen Spannen – grob einige Tausend Euro für den Austausch von Wanne gegen bodengleiche Dusche, ein Vielfaches davon für die komplette Badsanierung – sind Anhaltspunkte und keine Preiszusage: sie stammen nicht aus einer einheitlichen Erhebung, hängen stark vom Bestand, vom Bundesland und vom Eigenleistungsanteil ab. Belastbar wird die Zahl erst mit drei Angeboten für Ihr Bad. Zur Förderung: Der KfW-Zuschuss 455-B „Altersgerecht Umbauen“ ist 2026 nicht beantragbar, die Mittel sind ausgeschöpft. Ein Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI setzt einen Pflegegrad voraus; der Höchstbetrag wird regelmäßig angepasst, fragen Sie ihn vor dem Umbau bei Ihrer Pflegekasse ab. Beide Wege gelten nur, wenn Sie den Antrag vor Baubeginn stellen.
Wie muss der Boden einer barrierefreien Dusche beschaffen sein?
Zwei verschiedene Bewertungen gehören auseinandergehalten: Die R-Gruppen R 9 bis R 13 nach DIN 51130 gelten für Bereiche, die mit Schuhen begangen werden. Für barfuß genutzte Nassbereiche – also die Dusche – gelten die Bewertungsgruppen A, B und C nach DIN 51097. Fragen Sie beim Fliesenkauf gezielt nach der Angabe für den Barfußbereich. Dazu braucht die Fläche ein leichtes Gefälle zum Ablauf, und der Aufbau muss die Radlast eines Rollstuhls tragen.
Kann ich eine behindertengerechte Dusche nachträglich einbauen?
Ja. Wichtig: eine Wandkonstruktion, die Haltegriffe und Sitz sicher aufnimmt, eine Abdichtung nach DIN 18534 und ein schwellenloser Zugang mit einer lichten Durchgangsbreite von 90 cm, wie sie die DIN 18040-2 für die Rollstuhlnutzung vorsieht.
Welche Duschstühle und -sitze sind normgerecht?
Maßgeblich sind die Angaben des Herstellers zu Belastbarkeit und Montage. Die DIN 18040-2 nennt für den Duschsitz in der rollstuhlgerechten Ausführung eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm und eine Tiefe von 45 cm; die Haltegriffe daneben sollen etwa 65 bis 70 cm Abstand zueinander und rund 28 cm über der Sitzfläche haben. Wer viel Gewicht auf den Sitz bringt oder pflegebedürftig ist, sollte die Tragfähigkeit der Wand vorab prüfen lassen.