Bauendreinigung: Damit müssen Sie rechnen

Aktualisiert am 29. Oktober 2020 von Ömer Bekar

Infos zu Bauendreinigung
Die Bauendreinigung schließt die Baumaßnahmen ab.

Wenn gebaut wird, bleiben Staub und Schmutz nicht aus. Das gilt bei einem Neubau genauso wie bei Umbauarbeiten oder Renovierungen und Sanierungen an einem Altbau. Bei vielen Arbeiten geht es nicht ohne schweres Gerät. Und spätestens, wenn das Ende der Baumaßnahmen in Sicht ist, wird es Zeit für eine professionelle Reinigung. Schließlich sollen die frisch entstandene Bausubstanz und die neuen Oberflächen durch eine falsche Behandlung nicht gleich wieder Schaden nehmen. Nur: Wie läuft eine Bauendreinigung ab? Was kostet das Ganze? Und ist es möglich, die Reinigung selbst zu erledigen? Solche Fragen beantworten wir in diesem Ratgeber!

Wände hochziehen und verputzen, Böden verlegen, Fliesen- und Malerarbeiten durchführen, Oberflächen versiegeln: Es gibt kaum eine Bauphase, die ohne Schmutz und Staub verläuft. Um den bezugsfertigen Zustand herzustellen, führt an einer gründlichen und sorgfältigen Reinigung deshalb kein Weg vorbei. Zumal es bei der Bauendreinigung nicht nur darum geht, für Sauberkeit zu sorgen. Stattdessen ist die abschließende Reinigung auch eine Pflegemaßnahme.

Grundreinigung, Zwischenreinigung, Bauendreinigung: Verschiedene Maßnahmen je nach Bauphase

Wie beim Bauvorhaben als solches kommen auch bei der Baureinigung viele Dienstleistungen zusammen. Sie beziehen sich auf die Reinigung des Innenbereichs, die Außenreinigung und das Entsorgen von Bauschutt, Restmaterialien und anderem Sondermüll.

Dabei ist besonders wichtig, dass sich die Gebäudereiniger eng mit den Baufirmen abstimmen. Denn zum einen sind die Zeitpläne auf dem Bau eng getaktet und Verzögerungen können die ganzen Abläufe durcheinanderwirbeln. Und zum anderen verteilen sich Schutt, Staub und Schmutz schnell über die ganze Baustelle, wenn sie zwischendurch nicht entfernt werden.

Aus diesem Grund werden je nach Bauphase auch verschiedene Varianten der Baureinigung von einander unterschieden:

Bauzwischenreinigung

Wie der Name schon andeutet, findet die Bauzwischenreinigung zwischendurch statt. Dabei handelt es sich um eine Baugrobreinigung. Je nach Baufortschritt bestehen die Leistungen zum Beispiel darin, dass

Dadurch vermeidet die grobe Reinigung zwischendurch, dass der Schmutz auf andere Teile der Baustelle übertragen wird. Außerdem wird die Baustelle übersichtlicher und die nächsten Schritte können schneller durchgeführt werden. Denn die Handwerker verlieren keine Zeit damit, ihren Arbeitsplatz erst in Ordnung zu bringen.

Eine professionelle Reinigungsfirma spricht sich dabei mit dem Architekten oder Bauherrn und den Gewerken ab, um sicherzustellen, dass der Baufortschritt nicht durch verzögerte Abläufe ins Stocken gerät.

Baufeinreinigung

Als Baugrobreinigung findet die Zwischenreinigung in aller Regel in den frühen Bauabschnitten statt. Denn in diesen Phasen fällt der grobe Schmutz an. Nach der Erstreinigung macht im weiteren Verlauf mindestens eine Baufeinreinigung Sinn. So eine Baufeinreinigung umfasst Leistungen wie

  • trockenes Kehren, um Staub vom Bohren, Schleifen, Verputzen und ähnlichen Arbeiten zu entfernen
  • feuchtes Wischen und Beseitigen von Schlieren
  • Entfernen von hartnäckigen Verschmutzungen wie Gipsresten oder Farbspritzern
  • Abziehen und Entsorgen von Aufklebern, Etiketten, Folien und Verpackungsmüll

Die Feinreinigung verhindert, dass sich Staub und feiner Schmutz in Ecken, Kanten und Fugen festsetzt. Werden die groben und die feinen Verschmutzungen zwischendurch schon beseitigt, wird die folgende Bauendreinigung außerdem weniger aufwändig und damit gleichzeitig kostengünstiger.

Bauendreinigung

Nach Abschluss der Bauarbeiten erfolgt als letzter Arbeitsschritt die eigentliche Bauendreinigung. Technisch gesehen, handelt es sich bei der Bauschlussreinigung um eine Feinreinigung. Im Unterschied zur Baufeinreinigung, die zwischendurch stattfindet, beinhaltet die Bauendreinigung aber auch Maßnahmen, die auf die Pflege und den Erhalt abzielen.

Im Zuge der finalen Gebäudereinigung beseitigt die Reinigungsfirma zunächst alle verbliebenen Spuren der Bauarbeiten im und am Gebäude. Sind alle Verschmutzungen entfernt, führen die Reiniger pflegende Maßnahmen durch. Dazu kann zum Beispiel gehören, dass sie Fußböden versiegeln, Oberflächen beschichten und die Fenster samt Rahmen putzen. Auch das Desinfizieren der Räume kann eine Leistung im Rahmen der Bauendreinigung sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Überprüfung auf sichtbare Baumängel. Tauchen irgendwo Mängel auf, hält die Reinigungsfirma diese entsprechend fest, damit sie einerseits protokolliert sind und andererseits behoben werden können. Nach der Bauendreinigung ist das Gebäude bezugsfertig.

Grundreinigung

Die Grundreinigung wird auch als Intensivreinigung bezeichnet und meint eine besonders gründliche Reinigung. Sie findet vor allem dann statt, wenn eine Wohnung oder ein Firmengebäude neu vermietet wird oder schon länger nicht mehr richtig gereinigt wurde und deshalb stark verschmutzt ist.

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Durch spezielle Techniken werden Verschmutzungen aller Art von sämtlichen Oberflächen beseitigt. Auch Fußböden werden aufgearbeitet und frisch versiegelt. Das Objekt ist dadurch wieder bis in die letzte Ecke strahlend sauber. Das erleichtert nicht nur die Vermietung oder den Verkauf der Immobilie, sondern steigert auch ihren Wert.

Da die Grundreinigung sehr intensiv ist, reicht es aus, wenn sie mit größeren Zeitabständen durchgeführt wird. Zwischendurch können aber Unterhaltsreinigungen erfolgen. Eine Unterhaltsreinigung bringt die Immobilie auf Vordermann und hält sie in Schuss.

Die Kosten einer Bauendreinigung

Eine Bauendreinigung beinhaltet umfangreiche Leistungen. Dazu gehört nicht nur, hartnäckigen Bauschmutz gründlich zu beseitigen. Stattdessen werden auch die Fußböden und sonstigen Oberflächen imprägniert, versiegelt und mit entsprechenden Pflegemitteln behandelt, um sie auf die künftige mechanische Beanspruchung vorzubereiten und vor Feuchtigkeit, Kratzern, Schmutz und einem Ausbleichen zu schützen.

Hinzu kommt die Prüfung auf sichtbare Baumängel. Vor dem Hintergrund dieser wichtigen Dienstleistungen wird klar, dass die Bauendreinigung von kompetenten Profis durchgeführt werden sollte.

Die Kosten, die für die Bauendreinigung anfallen, rechnet die Firma entweder pro Stunde oder pro Quadratmeter ab.

Bei einer Abrechnung pro Stunde sollten Sie mit ungefähr 30 bis 40 Euro rechnen. Erfolgt die Abrechnung pro Quadratmeter, liegt der Preis im Durchschnitt zwischen 3 und 5 Euro.

Je nach Anbieter und Region können die Kosten aber recht unterschiedlich ausfallen. Außerdem spielt das Objekt selbst eine maßgebliche Rolle. Ist die Baustelle zum Beispiel schwer zu erreichen, erfordern die Verschmutzungen den Einsatz von schwerem Gerät oder fallen Gefahrenzulagen an, kann der Preis deutlich nach oben klettern.

Andersherum sinken die Kosten für die Bauendreinigung, je höher die Anzahl der Quadratmeter ist. Denn die einzelnen Kostenfaktoren gleichen sich dann eher aus. Unterm Strich ist die Bauendreinigung umgerechnet auf den Quadratmeter deshalb einer großen Immobilie günstiger als bei kleinen, einzelnen Räumen.

Holen Sie sich Angebote ein!

Damit Sie sich einen Überblick über die Kosten verschaffen können, sollten Sie sich immer mehrere Angebote von Reinigungsfirmen aus Ihrer Umgebung einholen und miteinander vergleichen. So können Sie das Preisniveau vor Ort einschätzen und das Angebot mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis auswählen.

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Um den richtigen Anbieter zu finden, können Sie die örtlichen Firmen einfach direkt kontaktieren. Sie können aber auch auf Vergleichsportale im Internet zurückgreifen. Auf einschlägigen Seiten brauchen Sie nur die Eckdaten zu Ihrer gewünschten Bauendreinigung einzugeben. Anschließend können Sie sich entweder direkt Angebote anzeigen lassen oder Sie erhalten Vorschläge von Fachfirmen per E-Mail.

Fragen Sie aber ruhig auch bei Ihrem Architekten und den Handwerkern auf Ihrer Baustelle nach. Oft kennen sie Reinigungsfirmen und können Ihnen einen Ansprechpartner empfehlen.

Die Bauendreinigung selber machen?

Natürlich ist eine Bauendreinigung oder auch eine intensive Grundreinigung nicht ganz billig. Und nach größeren Bauarbeiten kann das Budget ausgeschöpft sein. Insofern ist es verständlich, wenn Sie überlegen, ob Sie die abschließende Reinigung nicht selbst durchführen können. Zumindest diese Kosten könnten Sie dann schließlich einsparen.

Allerdings sollten Sie vor einer Entscheidung gut zwischen dem Nutzen, dem Aufwand und der möglichen Ersparnis abwägen. Eine gründliche Bauendreinigung nimmt einige Zeit in Anspruch. Außerdem brauchen Sie geeignete Reinigungsmittel, passende Reinigungsgeräte und etwas Fachwissen im richtigen Umgang mit den Materialien.

Verwenden Sie die falschen Mittel oder Methoden, um hartnäckige Verschmutzungen wie Baustaub, Mörtel– und Zementreste, Dichtmassen, Lackspritzer oder Etiketten zu entfernen, können Sie die Oberflächen schnell beschädigen. Und neben hässlichen Kratzern, Rissen oder Löchern riskieren Sie, dass auch noch unschöne Schmutzreste zurückbleiben.

Ein anderer Punkt ist, dass es eben nicht ausreicht, die Oberflächen nur zu säubern. Damit Sie zum Beispiel an einem Bodenbelag aus Holz oder Naturstein lange Freude haben, muss er versiegelt sein. Auch solche Arbeiten gehören zur Bauendreinigung dazu.

Wenn Sie sich sorgfältige, sachgerechte und fachmännische Putz- und Pflegemaßnahmen zutrauen, spricht natürlich nichts dagegen, die Bauendreinigung in Eigenregie zu erledigen. Meistens zahlt es sich aber aus, wenn Sie Profis das Feld überlassen. Zumal die Ersparnis unterm Strich nicht sehr groß ist, wenn Sie nicht nur Zeit investieren, sondern auch noch die Reinigungs- und Pflegemittel kaufen und geeignete Reinigungsmaschinen ausleihen müssen.