Barrierefreie Dusche: So klappt der Umbau

Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu barrierefreie Dusche
Eine barrierefreie Dusche ist nicht nur praktisch, sondern sorgt durch die großzügigen Maße für modernen Komfort im Bad.

Damit aus einem normalen Badezimmer ein barrierefreies Bad wird, ist nicht immer ein kompletter Umbau notwendig. In vielen Fällen reicht es aus, den Raum nur teilweise zu sanieren. Dabei steht dann vor allem die Badewanne im Mittelpunkt. Denn im Alter oder bei einem Handicap kann die Körperpflege durch die hohen Ränder der Wanne zur echten Herausforderung werden. Eine gute Lösung kann deshalb sein, die Badewanne auszubauen und durch eine barrierefreie Dusche zu ersetzen.

Ältere Badezimmer sind oft nur mit einer Badewanne ausgestattet. Zunächst ist das auch kein großes Thema. Schließlich müssen Sie in einer Wanne nicht unbedingt baden, sondern können sie auch als Dusche benutzen.

Doch wirklich bequem und sicher ist der Einstieg in die Wanne über den recht hohen Rand nicht. Und was Sie vielleicht nur ein bisschen nervt, solange Sie körperlich fit sind, kann im Alter oder nach einer Erkrankung zum echten Problem werden. Denn es wird nicht nur immer schwieriger, in die Wanne hineinzukommen und wieder herauszusteigen. Vielmehr steigt auch das Risiko, auszurutschen und sich ernsthaft zu verletzen.

Für ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben im vertrauten Umfeld ist aber sehr wichtig, dass Sie sich im eigenen Bad vernünftig waschen können. Deshalb wird in einem barrierefreien Bad oft die Badewanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzt.

In diesem Ratgeber erklären wir, wie so ein Umbau realisiert werden kann. Ausführliche Infos zur barrierefreien Dusche als solches finden Sie hier.

Was spricht dafür, die Wanne gegen eine barrierefreie Dusche auszutauschen?

Wenn in Ihrem Haushalt eine pflegebedürftige Person wohnt, ist eine Dusche oft sinnvoller als eine Badewanne. Denn den Betroffenen in der Dusche zu waschen, ist deutlich einfacher als in der Wanne. Schließlich fällt das Überwinden des hohen Wannenrandes weg. Sowohl für Sie als auch für Ihren Angehörigen ist die tägliche Pflege also leichter zu bewältigen.

Doch von einer bodenebenen Dusche profitieren nicht nur Personen mit körperlichen Einschränkungen oder Pflegebedarf. In einem modernen Bad ist auch der Komfort ein wichtiger Aspekt. Großzügige, begehbare Walk-in-Duschen setzen chice Akzente im Badezimmer. Und das Duschen wird für alle Bewohner zum angenehmen Erlebnis, egal wie alt und fit sie sind.

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Ein anderer Aspekt ist, dass der frühe Abbau von Barrieren im Bad eine gute Investition für die Zukunft ist. In jungen Jahren entsteht nämlich ein komfortables Badezimmer mit luxuriöser Note. Und wenn der Ernstfall eintritt und die Gesundheit nicht mehr richtig mitspielt, ist schon alles vorbereitet. Die gewohnte und vertraute Wohnsituation bleibt erhalten und es wird nicht notwendig, auf die Schnelle dringend erforderliche Umbauten vorzunehmen.

Nicht zu vergessen ist außerdem, dass eine Dusche weniger Platz in Anspruch nimmt als eine Wanne. Gerade ein kleines Bad kann sehr davon profitieren, wenn mehr Freifläche entsteht.

Wie funktioniert der Austausch der Wanne gegen eine barrierefreie Dusche?

Es gibt inzwischen zahlreiche Handwerksbetriebe, die sich auf die Planung und die Gestaltung von barrierefreien Bädern spezialisiert haben. Sind Sie handwerklich versiert oder sogar selbst vom Fach, können Sie Umbau aber auch in Eigenregie durchführen.

Der genaue Ablauf der Umbauarbeiten hängt natürlich immer von der Situation vor Ort ab. Die grundlegenden Schritte sind aber folgende:

1. Die neue Dusche planen und auswählen

Zunächst einmal brauchen Sie die Maße der vorhandenen Badewanne. Daraus ergibt sich die Fläche, die für die neue Dusche zur Verfügung steht.

Viele Hersteller und Händler haben Kataloge, in denen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Duschkabinen, Duschtassen, Trennwände und sonstigen Duschelemente verschaffen können. Finden Sie darin nichts nach Ihrem Geschmack, können Sie auch eine Dusche in Auftrag geben, die eigens nach ihren Vorstellungen und genau auf Maß hergestellt wird.

Bei der Planung des Badezimmers können Sie sich an der DIN 18040-2 orientieren. Diese Norm definiert die Vorgaben, die für Barrierefreiheit erfüllt sein müssen. Dabei spielen dann zum Beispiel die Bewegungsflächen eine Rolle.

2. Die Badewanne abbauen

Für den Einbau der Dusche muss die alte Wanne entfernt werden. Die Badewanne wird zusammen mit der Einfassung und dem Schutt, der beim Abbau entsteht, entsorgt. Teilweise müssen außerdem neue Rohre verlegt oder die Anschlüsse versetzt werden.

Die Fliesen am Boden und an der Wand können oft so bleiben, wie sie sind. Denn meistens wird der Umbau so realisiert, dass die Dusche den Bereich abdeckt, auf dem vorher die Badewanne stand.

Es sei denn, Sie haben sich für eine Duschwanne entschieden, die in den Boden eingelassen wird. Oder Sie installieren nur einen neuen Ablauf und verlegen auf der Duschfläche andere Fliesen. In diesen Fällen muss die Fläche natürlich entsprechend bearbeitet werden.

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3. Die barrierefreie Dusche einbauen

Grafik zu barrierefreie Dusche
Wo vorher die weniger praktische Badewanne stand, kann nach dem Umbau eine barrierefreie Dusche stehen.

Ist die Fläche vorbereitet, kann der Einbau der Dusche erfolgen. Je nach Modell werden dabei zuerst die Duschtasse und anschließend die Rückwand und die Seitenteile der Duschkabine montiert. Bei einem Komplettsystem hingegen ist die gesamte Dusche an einem Stück. Dadurch kann sie im Ganzen eingebaut werden und gibt es keine Fugen, die nach der Montage mit Silikon abgedichtet werden müssen.

Die installierte Dusche wird anschließend mit der Armatur ausgestattet. Außerdem kann sie noch einen Sitz, Haltegriffe und Accessoires wie zum Beispiel eine kleine Ablage oder einen Seifenspender bekommen.

4. Die Endreinigung durchführen

Zum Schluss muss das Bad nur noch gereinigt werden. Angebrachte Silikonfugen brauchen eine Nacht, um auszuhärten. Doch schon am nächsten Tag ist die neue, barrierefreie Dusche bereit für den ersten Einsatz.

Achtung: Der Einbau einer bodengleichen Dusche ist nicht immer machbar

Eine Badewanne gegen eine komplett bodenebene Dusche auszutauschen, lässt sich manchmal nicht umsetzen. Denn oft ist der Unterboden einfach nicht dick genug, um den Abwasser-Anschluss aufzunehmen.

Egal ob Sie nur die Wanne zur Dusche umbauen oder in einer größeren Aktion das ganze Bad barrierefrei ausgestalten wollen, müssen Sie die Rohre dann entlang der Decke im Raum unter dem Bad verlegen. Wohnen Sie im Eigenheim, wäre so eine Maßnahme zwar machbar, aber aufwendig. In einer Mietwohnung hingegen dürften vermutlich weder der Vermieter noch der Mieter unter Ihnen einverstanden sein.

Scheidet eine komplett ebenerdige Dusche aus baulichen Gründen aus, sollten Sie sicherstellen, dass die Schwelle gut zu erkennen ist. Setzen Sie den Zugang zur Dusche dann so, dass er zwischen 7 und 15 cm hoch ist. Denn eine niedrige, 2 oder 3 cm hohe Schwelle kann erst recht zur Stolperfalle werden.

Im Fachhandel sind für solche Fälle außerdem spezielle, rutschfeste Rampen erhältlich, die es Rollstuhlfahrern ermöglichen, sicher in und aus der Dusche zu gelangen.

Wie sollte die barrierefreie Dusche ausgestattet sein?

Eine bodengleiche Dusche oder zumindest eine barrierearme Dusche mit einer leicht überwindbaren Einstiegshöhe ist ein guter Anfang. Doch auch die Ausstattung sollte passen. Dabei möchten wir Ihnen folgende Tipps ans Herz legen:

  • Bauen Sie einen fest montierten Duschsitz ein. Das kann ruhig ein Sitz sein, den Sie nach oben klappen können, wenn er nicht benötigt wird. Auf diese Weise können alle Bewohner die Dusche nutzen. Ein fester Duschsitz ist aber wesentlich stabiler und sicherer als ein mobiler Duschstuhl.
  • Statten Sie die Dusche mit Halte- und Stützgriffen aus. So kann ein Ausrutschen verhindert werden. Möchten Sie die Griffe dezent halten, können Sie eine Brausestange wählen, die zugleich als Haltegriff dient.
  • Bei der Armatur sollte es sich um eine Mischbatterie mit Thermostat handeln. Hier können Sie einstellen, wie hoch die Wassertemperatur maximal wird. Die Gefahr, dass sich jemand verbrüht, ist dadurch minimiert.
  • Die Halterung des Duschkopfes sollte mit einer Hand in alle Richtungen verstellt werden können. Wer unter der Dusche steht, hat so immer eine Hand frei, um sich festzuhalten.
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Wie teuer ist es, die Wanne als barrierefreie Dusche umzubauen?

Wie hoch die Kosten für den Umbau werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So beeinflussen die baulichen Gegebenheiten vor Ort, aber auch die Größe, die Qualität und die Ausstattung der Dusche den Preis. Entscheiden Sie sich für eine Sonderanfertigung, müssen Rohre frisch verlegt werden oder soll das Bad gleich neue Fliesen und einen neuen Anstrich bekommen, wird es teurer wie bei einem reinen Austausch.

Die meisten Unternehmen arbeiten mit Festpreisen, die alle Umbaukosten ab der Planung bis zur Endreinigung inklusive Material umfassen. Diese Pauschalen bewegen sich im Schnitt in einer Größenordnung zwischen 4.000 und 6.000 Euro.

Sind Ihnen die Kosten zu hoch oder möchten Sie nicht auf die Badewanne verzichten, kann eine Alternative sein, eine Tür in die Wanne einbauen zu lassen. Auch dadurch wird der Einstieg leichter und Ihr Bad ein Stück weit barrierefrei.

Gibt es Zuschüsse für eine barrierefreie Dusche?

Wenn Sie künftig im Bad barrierefrei Dusche statt Wanne nutzen möchten, sind die Kosten nicht ohne. Das gilt selbst dann, wenn der Umbau recht einfach zu realisieren ist. Allerdings gibt es verschiedene Fördermittel, die Sie beantragen können.

Ein Ansprechpartner kann die staatliche KfW-Bank sein. Die Förderbank unterstützt Baumaßnahmen, die Barrieren im Wohnraum abbauen. Dazu zählen auch bodengleiche Duschen mit senioren- oder behindertengerechter Ausstattung. Je nach Förderprogramm erhalten Sie einen Zuschuss oder können ein sehr günstiges Darlehen in Anspruch nehmen.

Haben Sie oder ein Familienmitglied einen Pflegegrad, kann auch die Pflegeversicherung einen Zuschuss für den Einbau der barrierefreien Dusche gewähren. Je nach körperlicher Beeinträchtigung kann Ihnen Ihre Krankenkasse ebenfalls finanziell unter die Arme greifen. Außerdem haben viele Bundesländer und teils auch die Städte und Gemeinden Förderprogramme für barrierefreie Umbauten ins Leben gerufen.

Lassen Sie sich deshalb beraten. Aber denken Sie daran, dass Sie einen Antrag auf Fördermittel immer vor Beginn der Baumaßnahme stellen müssen.