Klick Laminat verlegen: Die ultimative Anleitung

Anleitung zum Klick Laminat verlegen
Einen Boden aus Klick Laminat kann der Heimwerker problemlos selbst verlegen.

Ein Fußboden in Holzoptik sieht toll aus und schafft eine wohnliche Atmosphäre. Außerdem ist er vergleichsweise pflegeleicht. Entscheidet sich der Heimwerker für ein Klick Laminat, kann er seinen neuen Fußboden ganz einfach selbst verlegen. Denn im Unterschied zu beispielsweise Parkett ist das Verlegen von Klick Laminat auch für einen ungeübten Handwerker kein Problem. Zumal er weder Vorkenntnisse noch spezielle Werkzeuge braucht. Auf ein paar Kleinigkeiten muss er aber trotzdem achten. Welche das sind und wie Klick Laminat verlegt wird, erklären wir in dieser Anleitung!

Klick Laminat zu verlegen, ist wirklich nicht schwer. Denn durch das Klick-System lassen sich die Paneele kinderleicht miteinander verbinden. Und wenn der Heimwerker das typische Klick-Geräusch gehört hat, kann er sich ganz sicher sein, dass die Paneele richtig eingerastet sind.

Dennoch gibt es ein paar Dinge, die der Heimwerker bedenken muss. Das liegt allein schon daran, dass es vermutlich keinen Raum mit einem Grundriss gibt, der dem Heimwerker jegliches Zuschneiden der Paneele erspart.

Aber keine Sorge: Wir erklären nicht nur, wie Klick Laminat verlegt wird, sondern haben auch den einen oder anderen Tipp parat.

Die benötigte Menge ausrechnen

Zunächst einmal muss der Heimwerker ausrechnen, wie viel Quadratmeter Laminatboden er überhaupt braucht.
Dazu misst er das entsprechende Zimmer aus. Dann multipliziert er die Länge mit der Breite. Zu diesem Wert rechnet er noch einmal zehn Prozent dazu. Diese zehn Prozent berücksichtigen den Verschnitt.

Ein Beispiel: Angenommen, der Raum ist viereinhalb Meter lang und fünf Meter breit. Dann braucht der Heimwerker 4,5 m x 5 m = 22,5 m2 Laminat. Dazu kommen zehn Prozent für den Verschnitt. Insgesamt benötigt der Heimwerker für diesen Raum somit rund 25 m2 Laminatboden.

Mit diesem Wert kann der Heimwerker als nächstes ausrechnen, wie viele Pakete er kaufen muss. Je nach Sorte und Hersteller sind in einem Karton zwischen etwa 1,5 bis 2,8 m2 Laminat.

Tipp: Grundsätzlich sollte der Heimwerker nicht zu knapp kalkulieren. Besser ist, er rundet auf. Schließlich kann es schnell mal passieren, dass er ein Paneel falsch zuschneidet. Und wenn Material übrig bleibt, hat er Ersatz, falls später einmal ein Paneel ausgetauscht werden muss.

Wenn der Heimwerker sein Laminat kauft, sollte er auch gleich an passende Sockelleisten denken. Sie werden benötigt, um die Dehnungsfuge abzudecken.

Die laufenden Meter rechnet der Heimwerker aus, indem er die Länge und die Breite des Raums addiert und mal 2 nimmt. In unserem Beispiel bräuchte er also (4,5 m + 5 m) x 2 = 19 m Sockelleiste. Auch hier sollte er aber Verschnitt einplanen und auf 20 Meter aufrunden.

Das Verlegen vom Laminat vorbereiten

Bevor der Heimwerker das Klick Laminat verlegt, sollte er das Material mindestens 48 Stunden lang in dem Raum lagern. Dabei sollte er die geschlossenen Kartons flach nebeneinander legen. In dem Raum sollte Zimmertemperatur, also mindestens 18 °C herrschen. So kann sich der Bodenbelag optimal an das Raumklima anpassen.

Gut ist auch, wenn der Heimwerker prüft, wie es mit der Tür aussieht. Eventuell muss sie nämlich gekürzt werden, damit sie geöffnet und geschlossen werden kann, ohne über den neuen Boden zu schleifen.

In einer Mietwohnung wird der Heimwerker die Tür aber wahrscheinlich gar nicht abschneiden dürfen. In diesem Fall kann es helfen, wenn er die Tür aushängt, Unterlegscheiben auf die Türangeln schiebt und die Tür dann wieder einhängt. So kommt die Tür etwas nach oben.

Ein Wort zur Trittschalldämmung

Unter das Klick Laminat kommt eine Trittschalldämmung. Sie reduziert nicht nur die Laufgeräusche, sondern sorgt auch für eine zusätzliche Wärmedämmung. Außerdem kann sie kleine Unebenheiten auf dem Fußboden ausgleichen. Sind die Unebenheiten größer als 3 mm, muss der Heimwerker den Boden aber abschleifen oder spachteln. Denn dann reicht alleine eine Trittschalldämmung nicht mehr aus.

Trittschalldämmungen gibt es in verschiedenen Stärken als Meterware auf Rollen und als Platten. Teilweise sind die Dämmungen zusätzlich mit einer Dampfsperre ausgestattet.

Die Trittschalldämmung verlegt der Heimwerker im rechten Winkel zum Laminat. Dadurch ist sichergestellt, dass die Längsfugen von der Dämmung und dem Laminat nicht übereinanderliegen.

Dabei breitet der Heimwerker die Bahnen so aus, dass sie von einer Wand bis zur anderen Wand verlaufen. Ist eine Dampfsperre integriert, muss die Trittschalldämmung sogar etwa 3 cm an der Wand hoch stehen.

Je nach Ausführung legt der Heimwerker die Bahnen nahtlos oder überlappend nebeneinander. Damit nichts verrutscht, klebt er die Bahnen dann noch von oben mit Klebeband zusammen.

Dämmplatten legt der Heimwerker nur dicht nebeneinander aus. Sie müssen nicht zusammengeklebt werden. Das Zuschneiden der Trittschalldämmung klappt am besten mit einem scharfen Teppichmesser.

Die benötigten Werkzeuge, um Klick Laminat zu verlegen

Für den neuen Fußboden braucht der Heimwerker die Trittschalldämmung, das Klick Laminat, Sockelleisten und eventuell Übergangsprofile. An Werkzeugen und Hilfsmitteln kommen dann noch dazu:

  • Zollstock, Winkel und Bleistift
  • Stich- oder Kreissäge
  • Abstandshalter

Außerdem sollte sich der Heimwerker einen wasserfreien Leim besorgen. Den Klebstoff bekommt er dort, wo er sein Laminat kauft. Notwendig wird der Klebstoff an Stellen, wo der Heimwerker zugeschnittene Paneele ohne Nut und Feder miteinander verbinden muss.

Die wichtigsten Regeln beim Verlegen von Klick Laminat

Beim Verlegen von Klick Laminat gibt es ein paar Grundregeln, die der Heimwerker unbedingt einhalten sollte:

  • Wenn das Klick Laminat verlegt wird, sollte es im Raum mindestens 18 °C warm sein. Der Boden selbst sollte nicht kälter als 15 °C sein. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 60 Prozent liegen. Alles in allem also durchschnittliche Zimmerwerte. Diese sollten dann auch in den drei Tagen nach dem Verlegen vorhanden sein.
  • Klick Laminat wird schwimmend verlegt. Die Paneele werden also weder geklebt, genagelt, geschraubt noch anderweitig fixiert. Außerdem muss rundherum eine Dehnungsfuge von 10 mm bleiben. Die schwimmende Verlegung und die Dehnungsfuge stellen sicher, dass das Laminat arbeiten kann.
  • Sockelleisten werden nicht am Laminatboden befestigt, sondern nur an der Wand.
  • Zugeschnittene Paneele sollten nicht schmaler als 5 cm und nicht kürzer als 40 cm sein. Dazu gleich mehr.

Was ist mit der Verlegerichtung?

Generell gilt, dass Laminat längst zur Hauptlichtquelle verlegt werden sollte. Weil die Fugen dadurch parallel zum Lichteinfall verlaufen, fallen sie optisch kaum auf und der Boden sieht aus wie eine geschlossene Fläche. Gleichzeitig kommt durch den Lichteinfall das Dekor besonders gut zur Geltung.

Wird das Laminat quer zur Hauptlichtquelle verlegt, kann der Fußboden unruhig und uneben wirken. Gibt es in dem Raum mehrere Fenster und/oder Türen, sollte der Heimwerker ein Paneel längs und eines quer hinlegen und ausprobieren, was besser aussieht.

Neben dem Licht kann aber auch die Laufrichtung im Raum ein entscheidendes Kriterium sein. Und hier gilt:

  • Verlegt der Heimwerker das Klick Laminat längs zur Laufrichtung, wird der Raum optisch gestreckt. Er wirkt also länger, als er in Wahrheit ist. Ist die Breite des Zimmers größer als die Länge, lässt diese Verlegerichtung das Zimmer deshalb größer erscheinen. Im Unterschied dazu wirkt ein schmaler Raum wie zum Beispiel ein Flur noch schlauchiger.
  • Wird das Klick Laminat quer zur Laufrichtung verlegt, wird der Raum optisch gestaucht. Vor allem lange, schmale Zimmer können so harmonischer aussehen, weil sie breiter wirken.

Eine dritte Möglichkeit wäre, das Klick Laminat diagonal im Raum zu verlegen. Zimmer mit einem ungleichmäßigen Grundriss oder lauter schiefen Ecken und Kanten scheinen dann optisch größer. Zudem entsteht ein modernes Gesamtbild. Allerdings ist eine diagonale Verlegung recht aufwändig und geht mit einem höheren Verschnitt einher.

Klick Laminat verlegen – so geht’s

Nachdem sich das Klick Laminat mindestens zwei Tage lang in dem Zimmer akklimatisieren konnte und der Heimwerker auch die Trittschalldämmung verlegt hat, kann er mit dem Verlegen des neuen Fußbodens beginnen:

Die erste Reihe Klick Laminat verlegen

Zuerst sollte der Heimwerker grob überschlagen, wie breit die letzte Paneelreihe wird. Sollten die Paneele hier schmaler sein als 5 cm, sollte der Heimwerker auch die Paneele der ersten Reihe der Länge nach etwas abschneiden.

Außerdem sollte er prüfen, wie viele Paneele er für eine Reihe braucht. Das letzte Paneel wird er vermutlich kürzen müssen. Allerdings sollte es nicht kürzer sein als 40 cm. Ist es kürzer, muss der Heimwerker auch das erste Paneel etwas abschneiden.

Beim Verlegen beginnt der Heimwerker in der rechten Ecke. Von hier aus legt er seine Paneele mit der Längsseite an der Wand entlang aus und klickt sie an der Stirnseite zusammen.

Wichtig dabei ist, dass er eine Dehnungsfuge von 10 mm einhält. Abstandshalter wie kleine Keile aus Holz oder Kunststoff leisten hier gut Dienste. Die Dehnungsfuge muss sowohl an der Längsseite als auch an den schmalen Stirnseiten gesetzt werden!

Beim Zuschnitt legt der Heimwerker das Laminat mit der Dekorseite nach unten hin. Auf der Rückseite markiert er sich die Schnittkante dann mit Bleistift. Anschließend schneidet er das Paneel mit der Stichsäge oder einer Kreissäge zu. Danach dreht er das Paneel um und setzt es ein.

Die zweite und die weiteren Reihen des Klick Laminats verlegen

Hat der Heimwerker von der ersten Reihe einen Abschnitt übrig und ist dieses Paneelstück länger als 40 cm, kann er damit die nächste Reihe beginnen. Ansonsten schneidet er ein Paneel zu, zum Beispiel auf 50 cm. Denn die Fugen müssen versetzt sein. Und dabei muss der Versatz mindestens 40 cm betragen. Sonst wird die Nut- und Federverbindung nicht stabil genug.

Das Paneel setzt der Heimwerker in einem spitzen Winkel an das schon verlegte Paneel an und drückt es nach unten, bis es hörbar „Klick“ macht. Der Heimwerker kann auch die beiden Paneele etwas anheben und dann mit dem Daumen von oben auf die Fuge drücken. Er hat den richtigen Winkel gefunden, wenn er die Paneele ohne Kraftaufwand verbinden kann. Aber keine Angst: Nach zwei, drei Paneelen klappt das wie von selbst!

Auch bei der zweiten Reihe darf der Heimwerker die Dehnungsfuge zur Wand hin nicht vergessen.

Nach und nach arbeitet sich der Heimwerker so durch den ganzen Raum. Er beginnt die Reihen also mal mit ganzen Paneelen und mal mit Abschnitten und klickt diese an den Längs- und den Stirnseiten zusammen.

Die letzte Reihe Klick Laminat verlegen

Am anderen Ende vom Raum angekommen, wird der Heimwerker die Paneele für die letzte Reihe vermutlich nicht nur in der Länge, sondern auch in der Breite zuschneiden müssen.

Dafür misst er die benötigte Breite aus und schneidet die Paneele auf der Rückseite zu. Dabei muss er beim Zuschnitt die Feder wegschneiden.
Die zugeschnittenen Paneele setzt der Heimwerker dann ein und verleimt sie mit den Nachbarpaneelen.

Die Sockelleisten anbringen

Ist das gesamte Klick Laminat verlegt, kann der Heimwerker die Abstandshalter entfernen.

Anschließend montiert er die Sockelleisten. Sie kaschieren die Dehnungsfuge und sorgen für einen schönen, sauberen Abschluss. Dabei befestigt der Heimwerker die Sockelleisten aber nur an der Wand, nicht am Laminat. In Raumecken schneidet der Heimwerker die Leisten auf Gehrung zu.

Im Prinzip war das schon alles!

Klick Laminat an besonderen Stellen verlegen

Abgesehen von Ecken und Nischen, für die die Paneele entsprechend zugesägt werden müssen, kann der Heimwerker in dem Raum noch auf andere Hindernisse stoßen. Heizungsrohre und Türzargen zum Beispiel.

Türrahmen

An einem Türrahmen geht der Heimwerker im Prinzip genauso vor wie an der Wand oder in einer Ecke. Das heißt: Der Heimwerker legt sein Paneel mit der Rückseite nach oben an den Türrahmen und zeichnet den Umriss auf. Anschließend sägt er den Ausschnitt aus. Dabei vergrößert er den Ausschnitt für die Dehnungsfuge wieder rundherum um 10 mm. Anschließend kann er das Paneel einsetzen.

Muss der Heimwerker das Paneel auch in der Breite kürzen, macht er das so, wie in der letzten Paneelreihe. Er ermittelt also die Breite, entfernt beim Zuschnitt die Feder und leimt das Paneel ein.

Heizungsrohre

Grafik zu Klick Laminat verlegenRagt irgendwo ein Heizungsrohr oder eine andere Leitung aus dem Boden heraus, schneidet der Heimwerker das Paneel zuerst auf die richtige Länge. Dann legt er das Paneel neben das Rohr und zeichnet sich die Aussparung an. Auch hier wieder an den umlaufenden Abstand von 10 mm denken!

Anschließend kann der Heimwerker die Aussparung ausschneiden. Runde Ausschnitte lassen sich am besten mit einem Forstnerbohrer arbeiten. Dann sägt der Heimwerker das Paneel über den Ausschnitt hinweg schräg auseinander.

Tipp: Je nach vorhandenem Werkzeug kann der Heimwerker das Paneel auch zuerst auseinandersägen und danach den Ausschnitt heraussägen.

Der schräge Schnitt sorgt für eine größere Fläche zum Verleimen. Nun verlegt der Heimwerker zuerst das größere Paneelstück. Dann nimmt er das kleine, abgesägte Stück, trägt reichlich Leim auf und fügt es an das andere Stück an.
Um den Ausschnitt zu kaschieren, sind im Baumarkt und im Holzfachhandel spezielle Abdeckkappen erhältlich.

Übergänge zu anderen Räumen

Für einen sauberen und ordentlichen Abschluss des Laminatbodens beim Übergang zum nächsten Zimmer oder einem anderen Fußbodenbelag montiert der Heimwerker ein sogenanntes Übergangsprofil.

Je nach Ausführung wird die Übergangsschiene am Boden angeklebt, festgeschraubt oder in den verlegten Belag eingerastet. Auch zum Übergangsprofil muss der Heimwerker einen Abstand von 10 mm belassen. Die genaue Verlege- und Montageanleitung wird aber mit der jeweiligen Schiene mitgeliefert.

Sehr große Räume

Laminatboden besteht zu einem Großteil aus Holz. Und weil Holz ein natürliches Material ist, bleibt es in Bewegung. Deshalb heißt es oft, dass Holz arbeitet. Damit ist gemeint, dass Holz auf die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit reagiert und sich dann ausdehnt oder zusammenzieht.

Diese Bewegungen gibt es auch bei Laminat. So schwankt die Größe auf einen Meter Material um ungefähr einen Millimeter. Das ist der Grund, warum beim Verlegen zwischen dem Laminat und der Wand, Türzargen oder Rohren ein Abstand von zehn Millimetern verbleiben muss. Ohne diesen Abstand kann sich der Fußboden nicht ausdehnen. In der Folge kann sich der Laminatboden wölben, stauchen oder die Verbindungen gehen kaputt.

In einem sehr großen Raum reicht der umlaufende Abstand aber nicht aus. Ist das Zimmer breiter als acht Meter und/oder länger als zwölf Meter, muss eine zusätzliche Dehnungsfuge gesetzt werden. Ab einer Raumlänge von 25 Metern werden sogar mehrere Dehnungsfugen notwendig.

Um so eine Dehnungsfuge zu setzen, fügt der Heimwerker zwei Paneelreihen nicht aneinander, sondern lässt einen Spalt dazwischen. Um diesen Spalt zu kaschieren, verwendet er die gleichen Übergangsprofile wie beim Übergang zwischen zwei Räumen.