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Waschtisch selber bauen: Unterschrank aus Holz für das Aufsatzbecken

Interessantes Stand 23. September 2026

Aktualisiert am 23. September 2026 von Redaktion bauanleitung.org

In ein Badezimmer gehört natürlich auch ein Waschtisch. Wer seinem Badezimmer eine individuelle Note verleihen möchte, kann sich seinen Waschtisch selber bauen. Eine Idee dafür stellt die folgende Anleitung vor. Badezimmermöbel gibt es in unzähligen Varianten fertig zu kaufen. Manchmal ist aber einfach nichts dabei, das in Sachen Optik überzeugt, von den Maßen her passt oder mit dem Budget vereinbar ist. Vielleicht soll es aber auch ein Waschtisch sein, der garantiert einmalig ist.

Ein Waschtisch Marke Eigenbau

In allen diesen Fällen bietet es sich an, seinen Waschtisch kurzerhand selbst zu bauen. Eine Anregung dazu liefert die folgende Anleitung.

Waschtisch selber bauen

 

Die Materialliste für den Waschtisch

In dieser Anleitung wird ein 45 cm breiter, 40 cm tiefer und 80 cm hoher Waschtisch gebaut. Selbstverständlich kann der Waschtisch aber auch in einem anderen Format gebaut werden. In diesem Fall muss lediglich die Materialliste entsprechend angepasst werden.

4 Beine Leimholz 78,5 x 3,5 x 3,5 cm
2 Seitenteile beschichtete Spanplatte 65,5 x 31 x 1,5 cm
1 Rückwand beschichtete Spanplatte 65,5 x 35 x 1,5 cm
3 Einlegeböden beschichtete Spanplatte 35 x 31 x 1,5 cm
1 Deckel beschichtete Spanplatte 45 x 40 x 1,5 cm
1 Tür Plexiglas 65,5 x 30 x 0,5 cm

Außerdem werden Holzleim, Holzdübel, 2 Türscharniere und ein Türgriff benötigt. Als Werkzeuge kommen die Bohrmaschine, die Stichsäge und Schraubzwingen zum Einsatz.

 

Die Bauanleitung für den Waschtisch

1. Die Seitenteile anfertigen

Als Erstes werden die beiden Seitenteile des Waschtisches gebaut. Für das erste Seitenteil werden beidseitig in die Längskanten der 65,5 x 31 cm großen Spanplatte sechs Dübellöcher gebohrt. Passgenau dazu werden auch zwei Waschtischbeine mit Dübellöchern ausgestattet. Dabei werden die Dübellöcher hier so positioniert, dass die Seitenwand später an der Oberkante und an der Hinterkante bündig mit den Beinen abschließt. Zur Außenseite hin überragen die Waschtischbeine die Seitenwand somit um 2 cm. Die Dübellöcher werden anschließend mit Holzleim befüllt und mit Holzdübeln bestückt. Dann werden die Beine und die Seitenwand zusammengesteckt und mit Schraubzwingen fixiert, bis der Holzleim abgebunden hat.

Waschtisch bauen - Die Seitenteile anfertigen

 

2. Den Korpus zusammenbauen

Sind die Seitenteile fertig, geht es mit der Rückwand und den Einlegeböden weiter. Auch hier werden wieder zuerst Dübellöcher gebohrt. Dabei wird die Rückwand an beiden langen Seitenkanten mit je sechs Dübellöchern ausgestattet. Auf der Vorderseite werden für die Einlegeböden in drei Reihen je drei Dübellöcher gebohrt. Diese Dübellöcher werden so positioniert, dass der unterste Boden bündig mit der Rückwand abschließt. Der oberste Einlegeboden wird mit 30 cm Abstand zur Oberkante montiert. Der mittlere Einlegeboden wird mittig zwischen die beiden anderen Böden gesetzt. Passgenau dazu werden auch in die Seiten- und die Hinterkante der drei Einlegeböden Dübellöcher gebohrt. Zum Schluss werden noch die Dübellöcher in die beiden Seitenwände gearbeitet.

Waschtisch selber bauen - Den Korpus zusammenbauen

Sind alle Dübellöcher gebohrt, werden sie mit Holzleim und Holzdübeln befüllt. Dann wird erst die Rückwand mit einem Seitenteil zusammengesteckt. Anschließend werden die drei Einlegeböden montiert und zum Schluss wird die zweite Seitenwand aufgesetzt. Nun sollte die Konstruktion wieder mit Schraubzwingen fixiert werden.

 

3. Den Deckel montieren

Bevor der Deckel montiert wird, muss geprüft werden, welche Ausschnitte für das Waschbecken notwendig sind. Je nach Waschbecken und Anschluss werden die entsprechenden Ausschnitte auf die Rückwand und die Deckelplatte aufgezeichnet und mit der Stichsäge ausgeschnitten. Anschließend wird der Deckel mit Holzleim und Holzdübeln auf den Waschtischkorpus montiert.

Waschtisch selber bauen - Deckel montieren

 

4. Die Tür anbringen

Jetzt fehlt noch die Tür. Für die Tür werden zuerst die beiden Scharniere innen im Waschtischschrank montiert. Anschließend wird die Position der Verschraubungen auf die Plexiglasplatte übertragen und die Schraublöcher werden angerissen. Außerdem kann jetzt auch gleich der Türgriff montiert werden. Dann wird die Tür angebracht. Sobald das Waschbecken samt Wasserhahn gesetzt und angeschlossen ist, ist der selbstgebaute Waschtisch fertig.

Holz im Bad: der Punkt, an dem ein Eigenbau scheitert

Ein Waschtisch steht im feuchtesten Raum des Hauses, und zwar genau dort, wo Wasser spritzt. Unbehandeltes Holz nimmt diese Feuchtigkeit auf, quillt an den Kanten und löst sich in den Leimfugen – sichtbar wird das meist erst nach Monaten. Deshalb entscheidet nicht der Zuschnitt über die Haltbarkeit, sondern die Behandlung der Flächen.

Behandelt werden alle Seiten, auch die Rückseite und die Innenflächen, die später niemand sieht. Eine einseitig versiegelte Platte arbeitet ungleichmäßig und verzieht sich. Besonders gefährdet sind die Schnittkanten: Dort liegt das Holz offen, dort zieht Wasser am schnellsten ein. Wer den Ausschnitt für das Becken sägt, versiegelt diese Kante mehrfach, bevor er das Becken einsetzt.

Für die Fläche um das Becken herum ist ein Hartwachsöl oder ein Lack auf Wasserbasis üblich. Öl lässt sich später partiell nacharbeiten, Lack bildet eine geschlossene Schicht, muss bei Beschädigung aber größer ausgebessert werden. Beides braucht mehrere Aufträge mit Zwischenschliff – ein einmaliger Anstrich reicht in diesem Raum nicht.

Ausschnitt für das Aufsatzbecken und der Ablauf

Bei einem Aufsatzbecken bleibt die Platte geschlossen, bis auf ein Loch für den Ablauf. Dessen Position gibt das Becken vor, nicht die Mitte der Platte: Viele Becken haben den Ablauf nicht mittig. Angezeichnet wird deshalb mit dem Becken auf der Platte, nicht nach Maß aus dem Datenblatt.

Gesägt wird mit der Lochsäge von der Sichtseite her, mit Unterlage, damit die Austrittsseite nicht ausreißt. Der Durchmesser richtet sich nach dem Ablaufventil und darf großzügiger ausfallen als das Rohr – die Abdeckung des Ventils verdeckt den Rand. Danach wird die Kante versiegelt.

Beim Unterschrank kommt die Rückwand ins Spiel: Siphon und Zuleitungen brauchen eine Aussparung. Sie wird groß genug ausgeschnitten, dass der Siphon nicht am Holz anliegt, denn an dieser Berührungsstelle sammelt sich Kondenswasser. Ein Waschbeckenunterschrank ohne diese Aussparung lässt sich später nicht an die Wand schieben.

Herausgeberin und inhaltlich verantwortlich
Selda Bekar – Impressum · Methodik · Korrekturhinweis

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