Bauanleitung für Gartenhaus aus Stein

In vielen Gärten sind Gartenhäuser aus Holz zu finden, selber gebaut oder als Fertigbausatz. Daneben gibt es jedoch auch Gärten, in denen die Gartenhäuser aus Stein gemauert sind, beispielsweise in vielen Kleingartenanlagen. Solche Gartenhäuser sind meist etwas größer als Holzgartenhäuser und werden wie richtige Häuser genutzt. Das bedeutet, in einem Gartenhaus aus Stein befindet sich nicht selten neben dem Schlaf- und Wohnbereich auch eine kleine Küche und ein WC. Möchte sich der Gartenbesitzer ein Gartenhaus aus Stein selber bauen, muss er dabei einige Punkte beachten. Dies fängt schon damit an, dass er in aller Regel eine entsprechende Genehmigung benötigt. Hat der Gartenbesitzer eine solche Genehmigung und liegt eine Bauanleitung im Sinne eines Bauplanes mit Maßen vor, gliedert sich der Selbstbau des Gartenhauses aus Stein im Wesentlichen in zwei Schritte, nämlich in den Bau des Fundaments und in den anschließenden Bau des Gartenhauses.

Das Fundament für das Gartenhaus aus Stein

Bauanleitung für Gartenhaus aus SteinBei allen Mauerwerken, die höher sind als 50cm, gilt die Grundregel, dass die Breite des Fundaments die dreifache Mauerdicke und die Tiefe des Fundaments ein Drittel der geplanten Mauerhöhe betragen muss. Zudem sollten zusätzliche Stützen eingemauert werden, bei einer 12cm dicken Wand beispielsweise mit Abständen von einem Meter. Allerdings sind dies nur allgemeine Richtlinien und grundsätzlich entscheiden die Bodenverhältnisse über das notwendige Fundament.

Bei einem Gartenhaus ist es prinzipiell sinnvoll, eine Bodenplatte als Fundament zu bauen. Eine Bodenplatte macht das gesamte Mauerwerk deutlich stabiler, zudem ist eine Bodenplatte auch bei der Nutzung des Gartenhauses praktischer.

Die Arbeitsschritte beim Bau des Fundaments

Zunächst muss der Boden mindestens 80cm tief ausgehoben werden. Diese Tiefe ist erforderlich, um ein stand- und frostsicheres Bauwerk sicherzustellen. Anschließend wird die ausgehobene Fläche verdichtet und dann erst mit einer Schicht aus Sand und danach mit einer Schicht aus Kies aufgefüllt. Die einzelnen Schichten müssen dabei jeweils gut verdichtet werden, denn ansonsten würden sich Risse bilden, wenn sich das Gartenhaus setzt. Sofern Wasser- und Stromleitungen geplant sind, werden diese in einer Tiefe von etwa 50cm eingebracht. Für Wasserleitungen werden dafür PE-Rohre verlegt, für Stromleitungen wird mit Erdkabeln gearbeitet. Die verdichtete Fläche wird dann mit Baufolie abgedeckt, um zu verhindern, dass später Nässe aus dem Erdreich in das Gartenhaus aufsteigen kann. Um die Fläche wird anschließend eine Schalung aus Holzbrettern gebaut. Die Schalung gibt die Form des Gartenhauses vor und verhindert, dass der Beton über das Fundament hinaus fließt. Die Schalung wird dabei so hoch gebaut, dass die Oberkante der Bretter mit der Höhe der Bodenplatte übereinstimmt. Wichtig ist daher, die Schalung genau auszurichten, damit später auch tatsächlich eine gerade Bodenplatte entsteht. Der Beton wird anschließend eingefüllt und glattgestrichen. Dabei werden Stahlgitter mit den Beton eingebracht. Die Stahlgitter verstärken die Betonplatte und verhindern spätere Risse. Der Beton muss nun vollständig aushärten, vorher sollte der Selbstbau des Gartenhauses auf keinen Fall beginnen.

Das Gartenhaus aus Stein mauern

Welche Steine für das Gartenhaus vermauert werden, ist letztlich eine Frage des Geschmacks und des Budgets. Beliebt sind Kalksandsteine, da diese recht günstig sind und gute Eigenschaften wie beispielsweise eine gute Wärmedämmung mitbringen. Insgesamt sind für die Außenwände jedoch nahezu alle Massivsteine geeignet.

Bevor das Mauern beginnen kann, ist noch ein letzter vorbereitender Schritt notwendig. Damit die Wände gerade verlaufen, werden Latten oder Pfosten entlang der Außenwände gesetzt und mit Schnüren verbunden. An diesen Schnüren kann sich der Gartenbesitzer beim Mauern dann orientieren.

Das Gartenhaushaus aus Steinen selber bauen

1.) Jetzt kann endlich das eigentliche Mauern beginnen. Die erste Steinreihe wird in eine etwa 1,5cm hohe Schicht aus Mörtel gesetzt. Diese erste Fuge ist damit etwas dicker als die späteren Fugen, hat aber den Vorteil, dass auf diese Weise noch kleinere Unebenheiten in der Bodenplatte ausgeglichen werden können. Alle folgenden Steinreihen werden anschließend versetzt gemauert. Versetzt bedeutet, dass die senkrechten Fugen nicht übereinander, sondern jeweils um eine halbe Steinbreite versetzt verlaufen. Dies ist unbedingt notwendig, da das Mauerwerk ansonsten nicht stabil wird. Der Mörtel für die Fugen wird trapezförmig aufgebracht. Dazu wird der Mörtel in einer großzügigen Schicht auf die Steinreihe aufgetragen und mit der Kelle dann erst an den Seiten hochgezogen und danach auf der Oberseite etwas plattgedrückt. Wenn der nächste Stein gesetzt wird, verteilt sich der Mörtel auf diese Weise in die waagerechte und in die senkrechten Fugen. Der überschüssige Mörtel quillt gleichzeitig heraus und kann mit der Kelle aufgenommen und für das Setzen des nächsten Steins verwendet werden. Der gesetzte Stein wird durch vorsichtiges Klopfen mit einem Gummihammer in die richtige Position gebracht.

Gartenhausmauer aus Stein

2.) Da ein Gartenhaus in aller Regel später auch eine Tür und Fenster benötigt, werden die Aussparungen hierfür schon beim Mauern gearbeitet. An den Stellen, an denen sich die Tür und Fenster später befinden sollen, werden dazu Rahmen aus Holz positioniert und mit Keilen fixiert. Dann kann um diese Rahmen herum gemauert werden. Später werden die Rahmen dann wieder entfernt und durch die richtige Tür und die richtigen Fenster ersetzt. Sind die Aushilfsrahmen ummauert, werden in die Steinreihe darüber sogenannte U-Schalensteine gesetzt. Diese U-Schalensteine müssen breiter sein als die Öffnungen, damit sie auf dem Mauerwerk aufliegen. Anschließend werden die Steine mit Stahlstangen ausgelegt und mit Beton befüllt. Danach wird bis zur gewünschten Mauerhöhe weitergearbeitet. Die letzte Reihe besteht dann wieder aus Schalensteinen, die mit Stahlstangen und Beton ausgefüllt werden. Diese bilden die Basis für den Ringanker, der das Gartenhaus stabil hält und verhindert, dass das Mauerwerk unter dem Gewicht des Daches zusammenfällt.

3.) Damit stehen die Grundmauern des selbstgebauten Gartenhauses aus Stein. Jetzt fehlt nur noch das Dach, wobei dies ein Thema für sich ist und im Zweifel allein schon aus Sicherheitsgründen besser unter fachmännischer Anleitung gearbeitet werden sollte.

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