Aktualisiert am 5. April 2026 von Ömer Bekar

Bei einem Elektromotor handelt es sich um einen elektromechanischen Wandler, der aus elektrischer Energie mechanische Energie erzeugt. Dabei setzt der Elektromotor die Kraft, die ein Magnetfeld auf die von Strom durchflossenen Leiter einer Spule ausübt, in Bewegung um. Der Elektromotor stellt damit das Gegenstück zu einem Generator dar, denn ein Generator wandelt Bewegungsenergie in elektrische Energie um. In den meisten Fällen erzeugen Elektromotoren rotierende Bewegungen, aber auch translatorische Bewegungen beim sogenannten Linearantrieb sind möglich. In den Anfängen wurden Elektromotoren als Ersatz für Dampfmaschinen eingesetzt, später dann als Antriebsmittel für Fließbänder. Außerdem wurden Elektromotoren im Bereich Verkehr und Mobilität genutzt, beispielsweise in Lokomotiven und Bahnen, später auch in Gabelstaplern. Heute sind Elektromotoren aus dem Alltag kaum noch wegzudenken und kommen in unzähligen Maschinen, Automaten, Robotern, Spielzeugen, Haushalts- und Elektrogeräten, Ventilatoren oder Rasenmähern vor. Außerdem geht die Forschung zunehmend in Richtung Elektroauto.

🔍 Redaktioneller Experten-Check:

Elektromotoren im Eigenbau sind physikalische Experimente und unterliegen keiner Zulassungspflicht (Ausnahme: Netzanschluss → VDE 0100). Ein einfacher DC-Motor nach dem Prinzip von Werner von Siemens (1866) benötigt: Kupferspule, Permanentmagnet, Kommutator. Wirkungsgrad Hobby-Motoren: 30–50 % vs. 85–95 % bei Industriemotoren (IEC 60034-30-1, IE4).

Um die Funktionsweise eines Elektromotors zu verstehen, ist es am einfachsten, einen einfachen Elektromotor selber zu bauen. Hierfür werden nur wenige Mittel benötigt und der Hobbybastler kann mithilfe der folgenden Bauanleitung innerhalb sehr kurzer Zeit seinen eigenen Elektromotor bauen.

Eine Videoanleitung für den Selbstbau eines Elektromotors findet sich außerdem auch hier:

Materialliste für den Elektromotor

  • Elektromotor Bauanleitung1 etwa 10cm x 5cm großes Holzbrettchen
  • 1 Magnet, beispielsweise ein Kühlschrankmagnet
  • 1,5m Kupferlackdraht mit 0,5mm Durchmesser
  • 2 Büroklammern
  • 1 4,5-Volt-Flachbatterie
  • 2 Schnellverbinder

Bauanleitung für den Elektromotor

1. Schritt: Magnet und Halter befestigen

Zuerst werden drei Löcher in das Holzbrett gebohrt. In der Mitte des Brettchens wird ein großes Loch gearbeitet, in das der Magnet gesteckt wird. Rechts und links von dem Magnet werden zwei kleine Löcher gebohrt, in die die Büroklammern als Halter gesteckt werden. Zuvor werden die Büroklammern aber noch aufgebogen, damit sie später als Lager für die Spule verwendet werden können. Wichtig dabei ist, dass sich die Winkel, die auf der Zeichnung mit X gezeichnet sind und die Lager der Drahtspule sein werden, exakt auf der gleichen Höhe befinden.

Elektromotor Bauzeichnung 1

2. Schritt: Spule anfertigen

Aus dem 1,5m langen Kupferlackdraht wird nun die Spule angefertigt. Dazu wird der Draht um einen runden Gegenstand gewickelt, der einen Durchmesser von etwa 2,5cm hat. Als Hilfsmittel hierfür eignen sich ein dicker oder mehrere dünne Stifte, eine Garnrolle oder auch ein Besenstiel. Der Draht wird jedoch nicht vollständig zur Spule gewickelt, sondern an den Enden bleiben jeweils 5cm gerade. Diese beiden Enden werden dann in einer Windung um die Spule gelegt und verknotet. Damit die Knoten nicht verrutschen können, sollten sie mit einer Fachzange festgezogen werden. Wichtig ist außerdem, dass sich die beiden Knoten auf einer Höhe befinden.

Elektromotor Bauzeichnung 2

Nun muss der Draht an den Enden noch halbseitig abisoliert werden. Dazu wird die Lackschicht mit einem Messer jeweils auf der Oberseite von jedem Ende abgeschabt.

3. Schritt: Zusammenbau und Inbetriebnahme

Jetzt wird die Spule in die Halterungen eingelegt. Um zu überprüfen, ob sie richtig sitzt, wird sie von Hand in Bewegung gesetzt. Die Spule muss sich gleichmäßig drehen. Ist dies nicht der Fall, befinden sich die Knoten nicht auf der gleichen Höhe. Zudem muss sich die Spule knapp über dem Magneten bewegen, andernfalls müssen die Büroklammern entsprechend gekürzt oder gebogen werden. Mithilfe der beiden Schnellverbinder wird die Batterie nun angeschlossen und spätestens nach einem kleinen Schubs sollte der Motor laufen.

Thema: Elektromotor Bauanleitung

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Wie funktioniert ein einfacher Elektromotor?

Stromdurchflossene Kupferspule (Elektromagnet) wird von Permanentmagnet abgestoßen/angezogen → Rotation. Kommutator (Schleifkontakt) kehrt Stromrichtung alle halbe Umdrehung um → kontinuierliche Drehbewegung. Prinzip: Lorentz-Kraft (F=BIL).

Welche Materialien brauche ich für einen DIY-Elektromotor?

Kupferdraht 0,3–0,5 mm (emailliert, 10–20 Windungen), Schleifmagnete (Neodym N35: 10× stärker als Ferrit), Klemmen aus Büroklammern, 1,5 V AA-Batterie. Achse: Stahldraht 1,5 mm. Gesamtkosten: 3–10 €.

Wie wickle ich die Spule für einen Motor?

Kupferdraht (0,3 mm) 15–20 Mal um einen zylindrischen Kern (Durchmesser 2–3 cm) wickeln. Enden: Lack an EINER Seite vollständig abkratzen, anderer Seite nur halb – das ist der primitive Kommutator. Enden auf Büroklammerhalter legen.

Wie erhöhe ich die Drehzahl meines Selbstbaumotors?

Stärkere Magnete (Neodym > Ferrit). Mehr Windungen in der Spule. Höhere Spannung (2×AA statt 1×AA). Weniger Reibung: Spulenenden mit feinem Schleifpapier (2000er) polieren. Ausbalancieren der Spule (Unwucht bremst).

Wie messe ich Spannung und Strom am Selbstbaumotor?

Multimeter (15 € Einsteiger-Gerät): DC Spannung und DC Strom messen. Leerlaufstrom bei 1,5 V: typisch 0,3–0,8 A. Blockierstrom (Stall) nie dauerhaft anlegen (Überhitzungsgefahr). Wirkungsgrad = Pout/Pin × 100 %.

Was kostet ein Elektromotor Eigenbau?

Einfacher Demonstrationsmotor: 3–10 € Material. Stärkerer Versuchsmotor mit Gehäuse: 20–50 €. Kaufmotoren (Spielzeugqualität): 5–15 €. Mehrwert DIY: Verständnis der Elektromagnetismus-Grundlagen.