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Bauanleitung für Poolheizung

Stand 23. September 2026

Aktualisiert am 23. September 2026 von Redaktion bauanleitung.org

In manch einem Garten befindet sich auch ein Swimmingpool. Nun empfinden manche Menschen das Schwimmen in kaltem Wasser zwar als belebend. Allerdings ist es teilweise doch recht unangenehm, in ein Becken mit kaltem Wasser zu springen und ein langsames Einsteigen kostet viel Überwindung. Insofern denken sicherlich viele Poolbesitzer über eine Poolheizung nach, die das Wasser auf eine angenehme Temperatur erwärmt und hält. Warmes Wasser wird zudem von vielen als entspannend empfunden. Rund um das Thema Poolheizung stellen sich jedoch einige Fragen. Hierzu gehört beispielsweise, welche Arten von Poolheizungen es gibt, welche Berechnungen angestellt werden müssen, um die richtige Poolheizung zu finden, welche Kosten eine Poolheizung verursacht und ob es Bauanleitungen gibt, mit denen der Poolbesitzer seine Poolheizung selber bauen kann.

Der Energiebedarf für das Aufheizen des Wassers

Bauanleitung für PoolheizungDie Kosten, die eine Poolheizung verursacht, ergeben sich aus den Kosten für die Erstaufheizung und den Kosten für das Halten der Wassertemperatur. Dabei wird der Wärmeverlust des Wassers von mehreren Faktoren beeinflusst, beispielsweise von den Außentemperaturen, der Intensität der Sonneneinstrahlung oder dem Wind, gleichzeitig aber auch von der Isolierung des Beckens und der verwendeten Schwimmbadabdeckung. Allgemein bewegt sich der Wärmeverlust des Wassers jedoch zwischen 1 und 2,5°C pro Tag.

Um den Energiebedarf zu errechnen, also zu ermitteln, wie viel Energie für das Aufheizen des Wassers und das Halten der Temperatur benötigt wird, dient eine einfache physikalische Grundaussage als Basis: um 1m3 Wasser um 1°C zu erwärmen, wird eine Energiemenge von 1,16 kWh benötigt.

Beispielrechnungen für die Erstaufheizung und den Dauerbetrieb

Angewandt auf die Praxis stellt sich der Energiebedarf wie folgt dar. Angenommen, der Pool ist 6m lang, 3m breit und wird 2m hoch mit Wasser befüllt. In diesem Fall ergibt sich ein Wasservolumen von 6 x 3 x 2 = 36m3. Wird das Wasser mit einer Temperatur von 10°C eingefüllt und soll auf 20°C erwärmt werden, ergibt sich eine Differenz von 10°C. Für den Energiebedarf bedeutet das, dass dieser für die Erstaufheizung 36m3 x 10°C x 1,16 kWh = 417,6 kWh beträgt.

Ist die Wassertemperatur erreicht, gleicht die Poolheizung den Wärmeverlust aus. Beträgt dieser 1°C pro Tag, liegt der Energiebedarf bei 36m3 x 1°C x 1,16 kWh = 41,76 kWh. Bei einem Wärmeverlust von 2,5°C pro Tag ergibt sich ein Energiebedarf von 36m3 x 2,5°C x 1,16 kWh = 104,4 kWh, um die Wassertemperatur konstant zu halten.

Die Varianten der Poolheizung

Bei der Wahl oder dem Selbstbau der Poolheizung geht es somit darum, eine Variante zu finden, die effektiv, aber gleichzeitig energiesparend und damit kostengünstig arbeitet. Im Wesentlichen gibt es drei Varianten für die Poolheizung, nämlich per Solarabsorber, per Wärmetauscher oder per Wärmepumpe.

Poolheizung per Solarabsorber

Solarabsorber nutzen die Energie der Sonne, indem sie diese an das Wasser des Schwimmbades abgeben, während es durch den Solarabsorber gepumpt wird. Voraussetzung dafür ist jedoch eine entsprechende Fläche wie beispielsweise ein Dach oder eine Mauer als Solarabsorber. Um den Solarabsorber in den Kreislauf des Pools zu integrieren, gibt es zwei Möglichkeiten.

1. Der Betrieb erfolgt über die bestehende Filterpumpe. Dazu wird eine Abzweigung zwischen dem Kessel und den Düsen eingebaut, die entweder manuell oder mittels Motorventil und Solarsteuerung eingestellt werden kann.

2. Der Betrieb erfolgt über eine separate Pumpe und Steuerungsautomatik. Diese Variante bietet den Vorteil, dass die Heizung unabhängig von der Filteranlage arbeitet.

Prinzipiell kann sich der Poolbesitzer eine solche Poolheizung selber bauen, wenn er die Funktionsweise des Solarabsorbers mit eigener Pumpe kennt. Diese gestaltet sich so, dass das Wasser vom Bodenablauf angesaugt wird. Die Sensoren ermitteln die Temperatur des Wassers im Becken und die Temperaturen von Wasser und Sonne auf dem Solarkollektor. Die Pumpe wird nun von der Solarsteuerung angeschaltet und heizt das Wasser so lange auf, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist. Durch ein Rückschlagventil wird verhindert, dass das Wasser vom Dach zum Becken zurückläuft, wenn der Entlüfter geöffnet ist und die Pumpe stillsteht. Als Rohre werden bei einer solchen Pumpe entweder PVC-Rohre mit DA 50mm oder PVC-Klebeschläuche verwendet.

Poolheizung per Wärmetauscher

Ein Wärmetauscher bietet sich dann an, wenn der Pool über eine vorhandene Solar- oder Heizungsanlage erwärmt werden soll. Beim Wärmetauscher fließen zwei Kreise gegeneinander, beispielsweise das warme Wasser der Heizungsanlage als erster Kreis und das Schwimmbadwasser als zweiter Kreis. Der Wärmetauscher übergibt dann die Wärme des ersten Kreises an den zweiten Kreis. Wärmetauscher gibt es in zwei Bauarten.

  • Der Röhrenwärmetauscher hat die Form einer Röhre, die den ersten Kreislauf enthält.
  • Der Plattenwärmetauscher besteht aus mehreren parallelen Platten, wobei die Zwischenräume abwechselnd von dem ersten und dem zweiten Kreislauf ausgefüllt werden.

Wärmetauscher bestehen üblicherweise aus Metall oder Kunststoff, bei Salzanlagen kommen Wärmetauscher aus Titan zum Einsatz. Der Einsatz eines Wärmetauschers sollte jedoch mit einem Fachmann besprochen werden, der den Wärmetauscher auf die vorhandene Heizungsanlage abstimmt.

Poolheizung per Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe sieht aus wie eine Klimaanlage, arbeitet aber prinzipiell wie ein Kühlschrank. Das bedeutet, die Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft die Wärme und überträgt diese durch einen Wärmetauscher auf das Wasser. Dabei benötigt eine Wärmepumpe nur recht wenig Energie, weshalb es sinnvoll ist, lieber etwas großzügig zu planen und eine Wärmepumpe mit größerer Leistung einzusetzen. Als grobe Richtlinie gilt, dass die Leistung bei 30 bis 40m3 mindestens 9 kW, bei 40 bis 60m3 mindestens 12 kW und bei 60 bis 80m3 mindestens 16 kW betragen sollte. Insgesamt sind Wärmepumpen jedoch sehr effektiv, denn eine Wärmepumpe gibt ein Mehrfaches der aufgenommenen elektrischen Energie als Wärme an das Wasser ab. Insofern ist die Kostenersparnis bei einer Wärmepumpe erheblich, allerdings steht dem auch die recht ordentliche Investition beim Kauf einer Wärmepumpe entgegen.

Thema: Bauanleitung für Poolheizung

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Arten von Poolheizung gibt es?

Im Wesentlichen gibt es drei Varianten: den Solarabsorber, den Wärmetauscher, der an eine vorhandene Solar- oder Heizungsanlage angeschlossen wird, und die Wärmepumpe.

Wie viel Energie braucht das Aufheizen des Poolwassers?

Um 1m3 Wasser um 1°C zu erwärmen, werden etwa 1,16 kWh benötigt. Für 36m3 Wasser, die von 10°C auf 20°C erwärmt werden, sind das 417,6 kWh. Dazu kommt die Energie, die zum Ausgleich des täglichen Wärmeverlusts nötig ist.

Kann ich eine Poolheizung selbst bauen?

Grundsätzlich lässt sich eine Solarabsorber-Anlage mit eigener Pumpe selbst bauen, wenn du ihre Funktionsweise kennst. Den elektrischen Anschluss von Pumpe und Steuerung sollte eine Elektrofachkraft ausführen.

Wann ist ein Wärmetauscher sinnvoll?

Wenn der Pool über eine vorhandene Solar- oder Heizungsanlage erwärmt werden soll. Bei Salzanlagen werden Wärmetauscher aus Titan eingesetzt. Die Abstimmung auf die Heizungsanlage sollte ein Fachmann übernehmen.

Wie leistungsstark sollte eine Wärmepumpe sein?

Als grobe Richtlinie gelten mindestens 9 kW bei 30 bis 40m3, 12 kW bei 40 bis 60m3 und 16 kW bei 60 bis 80m3 Wasservolumen. Eine etwas großzügigere Auslegung ist sinnvoll.

Was beeinflusst den Wärmeverlust des Pools?

Außentemperatur, Sonneneinstrahlung und Wind sowie die Isolierung des Beckens und die verwendete Schwimmbadabdeckung.