Bauanleitung Igelhaus: Unterschlupf selber bauen

Infos und Tipps zur Bauanleitung Igelhaus
Mit unserer Bauanleitung Igelhaus entsteht im Handumdrehen ein gemütlicher Unterschlupf für Igel.

Ein Haufen aus Laub oder Reisig, ein Holzstapel, ein Hohlraum zwischen Baumwurzeln oder eine kleine Höhle in einer Steinmauer: Bei ihrer Suche nach einem Unterschlupf sind Igel nicht sehr wählerisch. Wichtiger für sie ist, dass sie ein Plätzchen finden, an dem sie sicher ihren Winterschlaf halten können. Kommt ein Igel im heimischen Garten vorbei, kann es deshalb gut sein, dass er einen großen Blumentopf, eine alte Holzkiste oder eine Styroporbox kurzerhand zu seinem Winterquartier erklärt. Wer den putzigen Stacheltieren mehr Komfort bieten möchte, kann ein Igelhaus bereitstellen. Wir zeigen in dieser Bauanleitung, wie so ein Igelhaus aussehen kann. Infos zum richtigen Aufstellort und weitere nützliche Tipps gibt’s obendrauf!

Vor allem im Herbst brauchen Igel einen sicheren Unterschlupf für ihren Winterschlaf. Dabei ist ein Igel sehr genügsam. Ein Laub- oder Reisighaufen, ein hohler Baumstamm, der Hohlraum unter einer Holzpalette, ein Loch in einer Steinmauer, ein Holzstapel oder der Komposthaufen sind beliebte Winterquartiere. Wer möchte, kann neben natürlichen Behausungen aber zusätzlich auch ein Igelhaus bereitstellen. Vor allem junge Igel sind für diese Hilfe sehr dankbar. Denn ihnen fehlt schlichtweg noch die Erfahrung, um ein eigenes Häuschen zu bauen.

Ein paar grundsätzliche Worte zum Igelhaus vorab

Einem Igel ist es ziemlich egal, ob sein Unterschlupf aus Holz, Stein, Beton, Plastik oder Styropor besteht. Für ihn zählt, dass er in seinem Versteck gut geschützt ist. Eine alte Holzkiste oder eine Höhle aus aufgesetzten Steinen nimmt er deshalb genauso gerne an wie einen Haufen aus trockenem Laub. Wer ein Igelhaus bauen möchte, sollte nur folgende Dinge beachten:

  • Das Igelhaus sollte eine Grundfläche haben, die ungefähr 30 x 30 cm groß ist. Die Höhe sollte ebenfalls bei etwa 30 cm liegen.
  • Der Eingang sollte nicht größer als 10 x 10 cm sein. Andernfalls können Katzen, Hunde und andere Räuber dem Igel einen unerwünschten Besuch abstatten.

Das Igelhaus kann ruhig das ganze Jahr über im Garten stehen bleiben. Denn so kann es der Igel nicht nur als Winterquartier nutzen. Vielmehr kann es ihm im Sommer als Tagesschlafplatz dienen. Und eine Igelmutter kann auf das Haus als Wurfplatz zurückgreifen und hier ihre Jungen aufziehen.

Doch genug der Vorrede – jetzt wird gebaut!

Bauanleitung Igelhaus – die benötigten Materialien

  • 1 Holzbrett, 40 x 30 x 2 cm für die Vorderseite
  • 1 Holzbrett, 40 x 28 x 2 cm für die Rückwand
  • 2 Holzbretter, 30 x 30 x 2 cm für die Seiten
  • 1 Holzbrett, 46 x 34 x 2 cm für das Dach
  • 1 Holzbrett, 16 x 26 x 2 cm als Zwischenwand
  • 2 Dachlatten, 37 x 2 x 2 cm
  • 14 Holzschrauben mit 3,5 mm Durchmesser, 4 cm lang
  • 4 Holzschrauben mit 3,5 mm Durchmesser, 3 cm lang

Als Werkzeuge kommen die Stichsäge, der Akkuschrauber, Schleifpapier sowie Maßband und Bleistift zum Einsatz.

Bauanleitung Igelhaus – so wird’s gemacht

Unser Igelhaus ist vorne etwas höher als auf der Rückseite. Dadurch entsteht eine kleine Dachschräge. Sie ist wichtig, damit Regen und Schnee nicht auf dem Dach liegen bleiben. Gleichzeitig fallen die Niederschläge hinter das Haus. So bleibt der Eingang frei, falls der Igel sein Haus zwischendurch doch kurz verlassen sollte. Die Konstruktion selbst ist sehr einfach gehalten – und deshalb auch für einen weniger geübten Heimwerker kein Problem. Also, los geht’s!

1. Schritt: die Holzbretter zusägen

Zunächst einmal müssen die beiden Bretter für die Seitenwände schräg zugesägt werden. Dazu werden jeweils an einer Seite 2 cm abgemessen. Anschließend wird dieser Markierungspunkt mit der gegenüberliegenden Ecke verbunden. Dann kann die Oberkante schräg abgesägt werden. Die Seitenwände sind damit auf einer Seite 30 cm und auf der anderen Seite nur noch 28 cm hoch.

Weiter geht es mit dem Holzbrett, das die Vorderwand ergibt. Hier wird an einer Ecke ein 10 x 10 cm großes Quadrat weggeschnitten. Dieser Ausschnitt ergibt den Eingang für das Igelhaus. Ob der Eingang rechts oder links gearbeitet wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Damit sind die Sägearbeiten auch schon abgeschlossen. Die Einzelteile für das Igelhaus sollten jetzt so aussehen: Bauteile für Bauanleitung Igelhaus

2. Schritt: die Holzbretter zusammenbauen

Grafik zur Bauanleitung IgelhausBevor die Hölzer gleich zusammengesetzt werden, sollten die Schnittkanten mit Schleifpapier glatt abgeschmirgelt werden. Danach werden zuerst die beiden Seitenwände mit je drei Schrauben pro Seite an die Rückwand geschraubt. Dabei darauf achten, dass die kürzeren Seiten an der Rückwand anliegen und die beiden längeren Seiten nach vorne zeigen. Ratsam ist außerdem, die Schraublöcher vorzubohren. Werden die Schrauben direkt ins Holz eingedreht, könnte das Holz nämlich reißen.

Ist die Rückwand mit den Seiten verschraubt, wird die Vorderseite montiert. Sie wird an der langen Seitenkante mit drei Schrauben und an der Seite mit dem Eingang mit zwei Schrauben befestigt.

Zum Schluss wird noch die Zwischenwand eingesetzt. Sie wird direkt neben dem Eingang positioniert und von außen mit drei Schrauben fixiert. Durch die Zwischenwand hat das Igelhaus einen verwinkelten Eingangsbereich, der dem Igel einen guten Schutz vor Katzen und anderen Räubern bietet.

3. Schritt: das Dach montieren

Das eigentliche Igelhaus ist fertig. Was aber noch fehlt, ist das Dach. Für das Dach werden die beiden Dachlatten auf das letzte, noch verbliebene Holzbrett montiert. Dabei wird eine Dachlatte mit 6 cm Abstand zur Vorderkante und die andere Dachlatte mit 3 cm Abstand zur Hinterkante positioniert. Die Abstände zu den Seiten betragen jeweils 4,5 cm. Befestigt werden die Latten mit den vier kurzen Schrauben.

Grafik mit Dach zu Bauanleitung Igelhaus

Dann muss das Dach nur noch auf das Igelhaus aufgelegt werden. Fertig ist der Unterschlupf!

Der optimale Aufstellort

Nun braucht das Igelhaus noch den richtigen Platz. Am besten eignet sich eine ruhige und schattige Ecke, zum Beispiel unter einem großen Strauch oder in einer Ecke. Der Eingang sollte zu der Seite liegen, die dem Wetter abgewandt ist. Das wird üblicherweise in Richtung Süd-Osten sein.

Wichtig ist, dass sich im Igelhaus keine Staunässe bildet, wenn es mal stärker regnet. Um Feuchtigkeit von unten zu vermeiden, kann das Igelhaus auf einem Bett aus Sand oder Kies stehen. Eine andere Möglichkeit ist, die Igel-Hütte auf zwei Hölzer zu stellen. So hat es gewissermaßen Stelzen.

Damit es innen schön kuschelig wird, kann das Igelhaus locker mit Stroh oder trockenem Laub befüllt werden. Und auch außen sorgen Reisig, Borke oder Laub für eine gute Isolierung an kalten Wintertagen.

Die Pflege des Igelhauses

Ist ein Igel eingezogen, gilt grundsätzlich: Bitte nicht stören! Solange das stachelige Tierchen im Igelhaus schläft, ist eine Reinigung nicht notwendig. Denn ein Igel kümmert sich normalerweise selbst um die Pflege seines Nestes.

Erst wenn der Igel ausgezogen ist, kann der Frühjahrputz erfolgen. Das wird Ende April, Anfang Mai sein. Für die Reinigung reicht es aus, das Nistmaterial zu entfernen und den Innenraum gründlich mit heißem Wasser abzubürsten.

Übrigens: Ein chices Igelhaus finden auch andere Tiere wie zum Beispiel Spitzmäuse und Erdkröten toll. Hat sich schon ein Bewohner einquartiert, sollte für den Igel ein neues Häuschen bereitgestellt werden.

Und was ist mit Futter?

Normalerweise finden Igel in der Natur genug Nahrung. Wo es Gras, Hecken, Sträucher oder auch einen Komposthaufen gibt, ist ein abwechslungsreicher Speiseplan sichergestellt. Deshalb mag es zwar gut gemeint sein. Doch wenn sich ein Igel seine Nahrung selbst besorgen kann, ist es weder notwendig noch sinnvoll, zuzufüttern.

Anders sieht es aus, wenn der Igel in der Natur wirklich keine oder zu wenig Nahrung findet. Das kann beispielsweise kurz nach dem Winterschlaf im zeitigen Frühjahr der Fall sein. Oder auch im Herbst, wenn der Winter früher eingebrochen ist als erwartet. Gleiches gilt, wenn in der kalten Jahreszeit die Temperaturen dauerhaft unter sechs Grad Celsius bleiben und sich ein Igel in den Garten verirrt hat. Dann kann dem Tier Futter angeboten werden. Es sei denn, der Igel ist verletzt oder wirkt krank. Dann muss er zum Tierarzt!

Ansonsten eignet sich als Igel-Futter:

  • Katzenfutter als schnelle Notlösung
  • gekochtes Ei
  • Hackfleisch, das ohne Gewürze in etwas Öl angebraten wurde
  • abgekochtes Geflügelfleisch

Für eine ausgewogene Ernährung braucht ein Igel neben Fetten und Eiweiß aber auch Ballaststoffe. Deshalb können unter das Fleisch oder das Ei Haferflocken, Weizenkleie oder Igel-Trockenfutter aus dem Zoofachhandel gemischt werden. Nur das Igel-Trockenfutter alleine eignet sich nicht, denn es ist zu reich an Kohlenhydraten. Und auch wenn Igel gerne Mehlwürmer, Schmecken, Regenwürmer und andere Insekten fressen, sollten sie nicht gefüttert werden. Denn sie könnten den ohnehin schon geschwächten Igel noch zusätzlich mit Parasiten infizieren.

Außerdem: Milch ist für einen Igel absolut tabu. Denn weil er keinen Milchzucker verträgt, bekommt er von Milch Durchfall, der sogar tödlich enden kann. Zum Trinken deshalb nur Wasser bereitstellen!