Aktualisiert am 5. April 2026 von Ömer Bekar
Es gibt sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten, um ein Flugzeug zu bauen. Während Profis Modellflugzeuge aus Spezialmaterialien wie beispielsweise sehr dünnem Flugzeugholz oder Kunststoffen bauen und ihre Flieger mit Motoren und Funkfernbedienungen ausstatten, basteln andere Hobbypiloten ihre Flugzeuge aus Styropor, Papier oder Karton.
Modellflugzeuge unterliegen seit 2021 der EU-Drohnenverordnung (EU 2019/947), wenn sie mehr als 250 g wiegen: Registrierungspflicht, Fernpilotenzeugnis A1/A3. Unter 250 g und ohne Kamera: frei fliegbar im offenen Bereich (Kategorie A1). Holzmodellflugzeuge (keine Motoren): keine Regelung. Holzart für Modellflugzeuge: Balsa (Dichte 0,1–0,2 g/cm³) – leichtestes Nutzholz.
Wie professionelle Modellflugzeuge aussehen können, zeigt beispielsweise dieses Video:
Gerade für Kinder sind Papierflugzeuge aber ein günstiges und sehr beliebtes Spielzeug. Holzflugzeuge halten zwar deutlich länger, allerdings sind diese auch schwerer zu bauen, so dass die Kinder hierbei in aller Regel auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen sind. Zudem müssen Flugzeuge aus Holz meist exakt konstruiert oder mit entsprechenden Gewichten versehen werden, denn ansonsten fliegen sie nicht richtig. Anders sieht es da mit Flugzeugen aus, die aus Papier gebaut werden. Solche Flugzeuge können auch kleine Kinder schon alleine anfertigen und bei Bedarf einfach durch neue ersetzen.
Was wird für ein Flugzeug aus Papier benötigt?
Wer ein Papier-Flugzeug bauen möchte, benötigt eigentlich nur Papier. Dabei bleibt es natürlich dem eigenen Geschmack überlassen, ob einfaches weißes Kopierpapier, buntes Bastelpapier, Zeitungspapier oder dickerer Bastelkarton verwendet wird. Auch im Hinblick auf die Größe gibt es letztlich keine Einschränkungen. So kann das Flugzeug aus einem DIN A4-Blatt genauso gefaltet werden wie aus einem kleineren oder einem größeren Bogen Papier.
Wie wird das Papierflugzeug gefaltet?
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um ein Flugzeug aus Papier zu bauen. Die nachfolgende Anleitung beschreibt ein Flugzeug mit breiten Tragflächen und beim Selbstbau wird folgendermaßen vorgegangen:
1.) Das rechteckige Papier wird zuerst einmal der Länge nach zusammengefaltet und anschließend wieder auseinander gefaltet. Dadurch ist auf dem Papier ein Knick zu sehen, der das Blatt in zwei Hälften teilt.
2.) Jetzt werden die beiden oberen Ecken des Papiers bis an die Mittellinie gefaltet.
3.) Im nächsten Schritt werden die beiden oberen Seitenkanten ein zweites Mal zur Mittellinie gefaltet. Dadurch hat das Flugzeug jetzt eine sehr spitze Nase.

4.) Damit das Flugzeug richtig fliegt, werden zum Schluss noch die Flügel aufgestellt und Flossen gefaltet. Zuerst wird das Flugzeug dazu entlang der Mittellinie zusammengeklappt. Danach wird ein Flügel etwa 1,5cm weit nach unten geknickt, so dass eine Knickkante entsteht, die parallel zu der Mittellinie verläuft. Außerdem wird die Außenkante des Flügels nach oben gefaltet, und zwar ebenfalls etwa 1,5cm hoch. Auf der Gegenseite werden diese beiden Faltungen wiederholt. Damit ist das Flugzeug fertig, flugbereit und sieht so aus:

5.) Wer etwas herumexperimentieren möchte, kann die Flugeigenschaften des Flugzeugs verändern. Dazu können entlang der Mittellinie an verschiedenen Stellen Büroklammern befestigt werden. Durch das Gewicht fliegt das Flugzeug dann anders.
Thema: Flugzeug Bauanleitung
Häufige Fragen & Antworten (FAQ)
Welches Holz eignet sich am besten für Modellflugzeuge?
Balsa: 0,1–0,2 g/cm³ – leichtestes Nutzholz, ideal für Rumpf und Tragflächen. Birkenholz (Sperrholz 0,5–1,5 mm): für Rippen und tragende Teile. Kiefer (Kiefernleisten 3×3 mm): für Holmen. Bausatz-Tipp: PICHLER- oder Robbe-Bausätze als Einstieg.
Wie befestige ich Tragflächen an einem Modellflugzeug?
Steckverbindung mit Alu-Rohr (Durchmesser 10 mm) als Holm – ermöglicht Transport. Für Festflügel: Epoxidkleber (30 min, 2-Komponenten) + Glasfasergewebe über die Verbindung. Festigkeit: Biegetest – Fläche muss 10× Eigengewicht halten.
Brauche ich eine Genehmigung für ein Modellflugzeug?
Unter 250 g ohne Kamera: keine Genehmigung (EU 2019/947, Kategorie A1). 250 g–25 kg: Registrierung (19 €, LBA) + Online-Test A1/A3 erforderlich. Über Menschenansammlungen: immer verboten, auch unter 250 g.
Wie lackiere ich ein Modellflugzeug?
Balsa zuerst grundieren mit Balsa-Filler (spannt das Holz, schließt Poren). Dann Acrylfarbe oder Oracover-Bügelfolie. Bügelfolie: Eisentemperatur 180 °C, glatt aufbügeln, Ecken zuerst. Lackierung: Airbrush oder Spraydose (Modellbau-Lack, keine Kunstharzlacke).
Wie teste ich die Schwerpunktlage meines Flugzeugs?
Schwerpunkt: 25–30 % der Flügeltiefe von der Vorderkante (Faustregel Trainer-Modelle). Test: Modell an 2 Fingern im SP-Punkt balancieren. Kopflastig: Blei aus Rumpfnase entfernen. Schwanzlastig: Blei in Nase kleben. Falsche SP-Lage = unkontrollierbarer Flug.
Was kostet ein Modellflugzeug Eigenbau?
Einfacher Freiflugsegler (Balsa, Bausatz): 15–30 €. RC-Trainer (1 m Spannweite, fertig bespannt): Bausatz 80–200 €, Fernsteuerung extra 80–150 €. Kaufmodell RTF (Ready to Fly): 100–250 €. DIY: volle Kontrolle über Gewicht und Schwerpunkt.