Aktualisiert am 5. April 2026 von Ömer Bekar

Spielzeuge aus Papier zu basteln, ist eine Idee, die vermutlich aus China stammt, denn dort wurden schon vor 2000 Jahren Drachenflieger gebaut. Papierflieger wie wir sie heute kennen, wurden im Zusammenhang mit Origami in China jedoch erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt. Als Urvater der europäischen Papierfliegerei gilt Leonardo da Vinci und in seine Fußstapfen traten zahlreiche Pioniere der Luftfahrt, die zuvor mit Papierfliegern experimentiert hatten. So gibt es Aufzeichnungen von Papierfliegermodellen von beispielsweise Sir George Cavley, Otto Lilienthal oder Alphonse Pénaud. Das erste Buch über Papierflieger erschien auf Englisch im Jahre 1909, das erste deutschsprachige Buch kam 1953 auf den Markt. Im Zusammenhang mit Papierfliegern wird grundsätzlich zwischen zwei Arten unterschieden:

🔍 Redaktioneller Experten-Check:

Papierflieger (Origami-Flugzeuge) unterliegen keinen gesetzlichen Vorschriften. Aerodynamisch optimal: Spannweite 20–25 cm, Streckenflug-Konfiguration benötigt einen niedrigen Auftriebsbeiwert und wenig Widerstand. Nasa-Studien (Technical Memorandum TM-2002-211839) zeigen: ein Papierflieger mit Winglets verlängert die Flugdauer um 15–25 %.

  • Faltflieger sind Papierflieger, die aus einem oder mehreren Blättern Papier angefertigt werden. Das Papier wird gefaltet und da üblicherweise weder mit Klebstoff noch mit anderen Hilfsmitteln bearbeitet wird, werden solche Flieger auch Origami-Flieger oder Oriplanes bezeichnet. Klebeband oder Briefklammern werden allerdings gelegentlich verwendet, um die Flugeigenschaften des Papierfliegers zu optimieren.
  • Papierflugzeuge sind kleine Flugzeuge aus Papier, die jedoch eher in den Bereich des Modellbaus gehören. So sind Papier, Karton und Pappe lediglich die Werkstoffe, aus denen die Flieger gebaut werden. Die Werkstoffe werden aber nicht gefaltet, sondern zurechtgeschnitten und anschließend als einzelne Bauteile zusammengesetzt.

Die Papierfliegerei ist einerseits ein Hobby, das viele Anhänger hat und bei dem regelmäßig nationale und internationale Wettbewerbe stattfinden. Andererseits ist es eine beliebte Beschäftigung, Papierflieger zu falten und diese dann beispielsweise durch das Klassenzimmer, den Hörsaal an der Uni oder über das Schulgelände fliegen zu lassen. Es gibt die unterschiedlichsten Varianten, wie der Hobbypilot einen Papierflieger selber bauen kann, von sehr einfach und klassisch bis hin zu aufwändig und komplex. In der folgenden Bauanleitung wird ein Papierflieger vorgestellt, der sehr eindrucksvoll aussieht und sich durch gute Flugeigenschaften auszeichnet. Vom Schwierigkeitsgrad her liegt der Papierflieger im mittleren Bereich.

Bauanleitung für den Papierflieger

Gefaltet wird der Papierflieger aus einem normalen Blatt Kopierpapier im Format DIN A4.

Zuerst wird das Papier der Länge nach zusammengefaltet und dann wieder geöffnet. Danach wird das Papier exakt in der Mitte nach unten faltet.

Papierflieger Faltanleitung 1

Nun wird die linke obere Ecke so zur Mitte hin gefaltet, dass die Falz von der Mittellinie bis zur linken unteren Ecke verläuft. Diese Faltung wird anschließend wieder entfaltet und auf der rechten Seite wiederholt.

Papierflieger Faltanleitung 2

Die beiden oberen Ecken werden jetzt nach hinten gefaltet. Dabei wird das Papier soweit gefaltet, bis die obere Kante des Papiers auf die eben gefaltete Falz trifft. Anschließend werden auch diese Faltungen wieder entfaltet.

Papierflieger Faltanleitung 3

Nun wird die linke obere Ecke etwas angehoben und das Papier wird an den Falzlinien nach unten auseinander gedrückt. Dies wird dann auf der anderen Seite wiederholt.

Papierflieger Faltanleitung 4

Die beiden Ecken, die durch Faltung eben entstanden sind, werden nun bis zur Mittellinie der jeweiligen Faltung nach hinten gefaltet. Dadurch entsteht eine Drachenform.

Papierflieger Faltanleitung 5

Nun werden die beiden Drachformen in der Mitte nach hinten gefaltet.

Papierflieger Faltanleitung 6

Der Papierflieger wird jetzt entlang der Mittellinie zusammengeklappt. Wichtig dabei ist, dass die Tragflächen genau aufeinander liegen. Anschließend werden die Tragflächen gerade nach unten gefaltet.

Papierflieger Faltanleitung 7

Nun müssen nur noch die seitlichen Ruder nach oben gefaltet werden und damit ist der Papierflieger fertig. Für den ersten Probeflug wird der Papierflieger mit leichtem Schwung nach oben geworfen.

Papierflieger Faltanleitung 8

Und fertig ist der Papierflieger. Viel Spaß damit!

Thema: Bauanleitung für Papierflieger

Häufige Fragen & Antworten (FAQ)

Welche Papiersorte eignet sich am besten für Papierflieger?

80 g/m² Kopierpapier (DIN A4) ist der Klassiker – ausreichend steif für Faltungen, leicht genug für gute Flugleistung. Für Außenbereich oder Wasserflugzeug: 120–160 g/m² beschichtetes Papier.

Wie weit kann ein Papierflieger fliegen?

Weltrekord (Joe Ayoob, 2012): 69,14 m. Normaler Dart-Papierflieger: 10–15 m. Mit aerodynamischen Winglets und optimalem Abwurfwinkel (ca. 10°) sind 20–25 m realistisch.

Was ist der beste Abwurfwinkel für maximale Reichweite?

Ca. 5–15° über der Horizontalen für Streckenflieger. Zu steil (> 30°): Raketen-Aufstieg, dann Absturz. Zu flach (< 0°): sinkt sofort. Experimentieren: je 5°-Schritte testen.

Wie machen Winglets den Papierflieger stabiler?

Winglets (nach oben gebogene Flügelspitzen, ca. 1–2 cm) reduzieren Randwirbel und verbessern die Direktionalstabilität um 15–25 %. NASA-Studie TM-2002-211839 bestätigt den Effekt auch bei Origami-Flugzeugen.

Welches Papierfliegermuster fliegt am weitesten?

Der ‚Dart‘ (Spitze, schlanke Form) für maximale Reichweite. Der ‚Hammerhead‘ für lange Gleitzeit. Der ‚Nakamura Lock‘ für Stabilität in Wind. Je nach Ziel das Muster wählen.

Kann ich Papierflieger wetterfest machen?

Ja – mit Klarlack (Sprühflacker) oder Beeswax einreiben. Erhöht das Gewicht um ca. 10–20 %, verbessert aber Regenfestigkeit deutlich. Für Außenwürfe: 120 g/m² Fotopapier verwenden.