Lochkamera Bauanleitung

Lochkamera Bauanleitung

Eine Lochkamera ist ein sehr einfach konstruiertes Gerät zum Erzeugen von optischen Abbildungen. Dabei arbeitet eine Lochkamera jedoch nicht mit einer optischen Linse, sondern nur mit einer dunklen Zelle, die an der Frontwand mit einer kleinen, verschließbaren Öffnung ausgestattet ist. Auf der gegenüberliegenden Innenseite entsteht ein Bild, das auf lichtempfindlichem Material wie beispielsweise Fotopapier festgehalten werden kann. Das Prinzip, nach der eine Lochkamera arbeitet, besteht darin, dass leuchtende oder beleuchtete Gegenstände abgebildet werden, indem die Lochblende fast alle Lichtstrahlen ausgeblendet. Nur ein möglichst kleines Bündel von Lichtstrahlen zwischen dem Objekt und dem Bild bleibt erhalten, wobei der Durchmesser der Blende über die Bildschärfe entscheidet.

Materialliste für eine Lochkamera

Wer eine einfache Lochkamera selber bauen möchte, benötigt hierfür nur wenige Materialien, nämlich

  • 2 Papprollen, die ineinandergeschoben werden können und dabei möglichst fest miteinander abschließen sollten. Die Rohre können dabei auch aus festem Tonkarton selbst gebaut werden. Noch effektiver wird die Kamera, wenn die Rollen an den Innenseiten geschwärzt werden.
  • 1 Bogen schwarzer Tonkarton
  • 1 Blatt Pergamentpapier
  • normales Papier
  • Klebstoff, Schere, Nagel

Bauanleitung für die Lochkamera

1. Schritt: das Außenrohr und das Innenrohr bauen

a.) Aus dem schwarzen Tonkarton wird eine runde Scheibe ausgeschnitten, die exakt dem Durchmesser der Rolle entspricht. Diese Scheibe wird dann auf normales Papier aufgeklebt. Aus der Scheibe wird nun ein Loch ausgeschnitten, das etwas kleiner ausfällt, als ein Drittel des Rollendurchmessers. Bei einer Rolle mit einem Durchmesser von beispielsweise 9cm, würde ein Kreis mit einem Durchmesser von etwa 2,5cm ausgeschnitten werden. Dann wird das Papier ringsum bis zu der Kreisscheibe eingeschnitten und nach oben gefaltet. Abschließend wird der Papierrand mit Kleber bestrichen und das Rohr auf die Scheibe gestellt. Durch den Papierrand kann die Scheibe nun lichtdicht mit der Rolle verbunden werden.

b.) Das Innenrohr, das später möglichst eng in das Außenrohr geschoben werden muss, wird nun ebenfalls auf einer Seite zugeklebt. Dazu wird die Rolle auf das Pergamentpapier gestellt und der Durchmesser mit einem Bleistift übertragen. Dann wird das Pergamentpapier mit einem Rand ausgeschnitten, der Rand wiederum eingeschnitten und auf der Rolle verklebt. Zusammengeschoben sind die Lochkamera jetzt so aus:

Lochkamera Bauzeichnung 1

2. Schritt: den Blendenhalter und die Lochblenden bauen

Nun wird zuerst ein Halter für die Lochblenden angefertigt. Dazu wird ein Halbkreis aus Tonkarton ausgeschnitten, der der Größe der gelochten Scheibe entspricht und mit einer Aussparung im Bereich des Loches versehen ist. Dieser Halbkreis wird nun am Rand mit etwas Klebstoff versehen und vor der Scheibe befestigt. Die Lochblenden werden ebenfalls aus dem schwarzen Tonkarton ausgeschnitten. Auch hierfür werden Kreise gearbeitet, die dem Durchmesser der Scheibe entsprechen. Mithilfe eines Nagels werden die Lochblenden dann mit jeweils einem Loch versehen. Um unterschiedliche Objekte fotografieren zu können, bietet es sich an, ein Loch mit einem Durchmesser von 1mm und ein Loch mit einem Durchmesser von 4mm zu arbeiten.

Lochkamera Bauzeichnung 2

Eine andere Variante für eine einfache Lochkamera Marke Eigenbau zeigt dieses Video oben.